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Artificial Vision: Laienpresse und Realität
Walter P., Universität zu Köln, Zentrum für Augenheilkunde (Köln)
Hintergrund: In den USA, Japan, Deutschland und Belgien werden derzeit Prothesen zur elektrischen Stimulation des visuellen Systems entwickelt. In diesen Projekten sind bereits Implantationen an einer geringen Zahl von Patienten durchgeführt worden, was zum Teil zu erheblichen Reaktionen in der Presse und anderen Medien geführt hat. Methode: Retrospektive Betrachtung von Mitteilungen in der Laienpresse und Beobachtungen zu den Auswirkungen dieser Publikationen. Ergebnis: Die Vorgehensweise von Redakteuren und Journalisten bei der Erstellung von Beiträgen in der Laienpresse variiert enorm. Die gezeigten Publikationen weisen in Darstellung und Inhalt ein sehr unterschiedliches Niveau auf. Je breiter die angesprochene Zielgruppe ist, umso reisserischer und missverständlicher ist die Darstellung und umso weniger hat der Wissenschaftler die Möglichkeit, auf die Endfassung eines Beitrages Einfluss zu üben. Derartige Darstellungen führen bei einer großen Patientenzahl und bei Fachvertretern zu Verunsicherungen und falschen Hoffnungen. Schlussfolgerungen: Öffentliche Erklärungen und Darstellungen der Projekte sind in Bezug auf die weitere Einwerbung von Fördergeldern oft unentbehrlich. Die öffentliche Hand, aus denen diese Projekte zum Teil gefördert werden, hat darüber hinaus ein Recht auf Information, was mit diesen Mitteln geschehen ist. Die resultierenden Publikationen dürfen jedoch keinesfalls zur Verunsicherung von Patienten und Fachvertretern führen. Derartige Äusserungen sollten daher eher in Form von ausgewogenen Presseerklärungen von seiten der Forschergruppen erfolgen. Diese müssen das Recht haben, an der Gestaltung des entstehenden Beitrages Teil zu haben etwa in Form von Druckvorlagenkontrolle. Räumen Medien dieses Recht nicht ein, ist es empfehlenswert, ganz auf diese Form der Darstellung zu verzichten.
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