Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Die Sinnhaftigkeit des AREDS-Cocktails: Potentiale der Einzelsubstanzen

Elstner E. F.,
Technische Universität München, Wissenschaftszentrum Freising-Weihenstephan, Lehrstuhl für Phytopathologie (München)

Es steht heute außer Zweifel, daß reaktive Sauerstoffspezies (ROS) bei der Auslösung zahlreicher Erkrankungen, wie z.B. Atherosklerose, Grauer Star, Arthritis, Vergiftungen, neuronale Störungen (Alzheimer, Parkinson, ALS), Steuerung des Blutgefäßtonus sowie der Leukozytenaktivität (Entzündungen) und damit der unspezifischen Immunantworte eine zentrale Rolle spielen. Daher sind sie untrennbar mit der korrekten Funktion sowie der Schädigung von Organen verbunden, wobei einige ROS auch als „second messenger“ - Moleküle fungieren. Auch bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) scheinen ROS maßgeblich beteiligt zu sein, wie Tierversuche und in-vitro Studien ergaben. In der sog. AREDS – Studie (age-related eye disease study) wurden die Vitamine E und C, ß-Karotin und Zink hochdosiert verabreicht und das Fortschreiten der AMD beobachtet. Was können diese Einzelsubstanzen und wie sinnvoll ist ihre Kombination? Vitamin C: Die Ascorbinsäure ist dank ihrer labilen En-diol Struktur ein ausgezeichnetes Reduktionsmittel im biologischen Redoxbereich, in Anwesenheit von Übergangsmetallionen (Fe, Cu) jedoch auch ein Prooxidans. „Sicher“ ist Ascorbat nur in Anwesenheit kooperativ wirkender Helfermoleküle wie Tokopherol oder bestimmter Flavonoide wie Rutin oder Quercetin mit ihren o-Dihydroxy-Äquivalenten. Dabei vermittelt die Ascorbinsäure synergistisch mit dem Tokopherol zwischen Reduktionsäuquivalenten im wässerigen Mileau und der Lipidphase, wo die Karotinoide als Antioxidatien ansetzen. Vitamin E: Das alpha-Tokopherol ist ein lipid-gängiger Ein-Elektronen Donor und wirkt kooperativ mit dem Ascorbat, noch besser mit dem Ubichinol (Coenzym Q-10), das seinerseits über die Thioktsäure (alpha-Liponsäure) und die alpha-Ketosäure Dehydrogenasen rekonstituiert wird. ß-Karotin: Karotinoide sind allgemein gute Quencher aktivierter Zustände in Lipidmatrices, die nach Lichtaktivierung von Pigmentmolekülen (zusammen mit dem Singulettsauerstoff ) entstehen. Zink: Zn++ ändert im Gegensatz zu Eisen- oder Kupferionen seine Wertigkeit nicht und ist somit nicht redoxaktiv. Als Zink-Histidin Komplex (der sehr bereitwillig absorbiert wird!) wirkt er als Antioxidans, wie am LDL Modell gezeigt wurde. Zinkmangel führt über Membran-destabilisierung zu Autoxidationen und zur Bildung freier Radikale innerhalb von Membranen. Fazit: Die Kombination dieser aufgeführten Substanzen macht nur bedingt Sinn und ist verbesserungsfähig, z.B. Gaben von Zn-Histidin anstatt ZnO und Lutein an Stelle von ß-Karotin.

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