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Die Bedeutung der optischen Kohärenztomographie für die Klassifikation und Verlaufskontrolle des Makulaödems
Schaudig U., Wulff A., Mertens S., Scholz F., Richard G., Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde (Hamburg)
Hintergrund: Die optische Kohärenztomographie ist in der Lage, strukturelle Veränderungen der Netzhaut in hoher Auflösung darzustellen und erlaubt die quantitative Erfassung von Netzhautdickenveränderungen anhand zweidimensionaler Schnittbilder. Messungen der Netzhautdicke haben als objektive Parameter für Therapieerfolge bereits Eingang in klinische Studien zur diabetischen Makulopathie gefunden. Hierbei konkurriert das Verfahren mit den bislang zur Verfügung stehenden Methoden der unabhängigen Evaluierung, insbesondere mit der Stereo - Fundusphotographie und mit anderen bildgebenden Verfahren wie dem Retinal Thickness Analyzer oder der HRT. Methode: Bei der optischen Kohärenztomographie werden zweidimensionale Schnittbilder aus von der Retina rückgestreutem Licht generiert. Grundprinzip ist die Interferomterie mit kurz-kohärentem Licht; die Auflösung wird durch die Bandbreite der Lichtquelle definiert. Sie liegt in kommerziell verfügbaren Geräten derzeit bei ca. 10µm, mit experimentellen Geräten wurden bereits 2µm erreicht. Durch serielle Messungen können topographische Karten der Netzhautdicke hergestellt werden, die der Therapie- und Verlaufskontrolle dienen. Stand der Anwendungsmöglichkeiten in Klinik und Forschung: Zur Anwendung der OCT bei verschiedenen Formen des Makulaödems gibt es eine Reihe von Publikationen, die das Potenzial der Methode zeigen. Das Ausmaß der Netzhautverdickung bei cystoidem Ödem korreliert mit dem Ausmaß der Visusminderung. Die Verteilung intraretinaler Flüssigkeitsansammlung, erkennbar am Reflexionsverhalten der Netzhautschichten, läßt auf die Schädigung der inneren oder äußere Blut-Retina-Schranke schließen. Die Genauigkeit der Erfassung veränderter Netzhautdicken ist mit der Erfassung ödematöser Areale durch die Stereo-Fundusphotographie vergleichbar. Im Falle der Retinopathia centralis serosa kann die OCT die invasive Bildgebung (FAG) völlig ersetzen. Bei diabetischer Makulopathie ist die OCT im Einzelfall hilfreich und für klinische Studien als objektiver Parameter wertvoll, ersetzt aber nicht die bisherigen Methoden der Therapie- und Verlaufskontrolle. Die neueste Gerätegeneration hat eine wesentliche Verbesserung der Handhabung, eine bessere Darstellung und kürzere Untersuchungszeiten gebracht. Für die Zukunft kann man eine weitere Erhöhung der Auflösung und Eingang der Methode in Klassifikationen zu verschiedenen Netzhauterkrankungen erwarten.
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