Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Aktuelle Techniken des „Membrane Peeling”

Bopp S., Lucke K.,
Tagesklinik Universitätsallee GmbH, Augenabteilung (Bremen)

Makula pucker und proliferative Vitreoretinopathien (PVR und vasoproliferative Erkrankungen) sind seit Einführung der vitreoretinalen Chirurgie vor gut 20 Jahren die klassischen Indikationen für Peeling-Manöver. Traktionsentlastung der Makula und die Mobilisierung traktiv abgehobener Netzhaut sind die wesentlichen Ziele. Die ophthalmoskopisch sichtbaren membranösen Strukturen waren bisher Anhaltspunkte für die Identifizierung und operative Entfernung des epiretinalen Gewebes. Mit der Einführung der Makulalochchirurgie hat in der Diagnostik und operativen Behandlung von vitreoretinalen Krankheitsbildern eine neue Ära eröffnet Das wissenschaftliche Interesse wurde auf subtilere Veränderungen an der vitreomakulären Grenzschicht im Bereich des Foramens gerichtet. Die Entwicklung hochauflösender Optiken für Operationsmikroskope, graziler Instrumente für ein atraumatisches Peelingmanöver und Substanzen zur Anfärbung und besseren Visualisierung der inneren Netzhautoberfläche (ICG, Trypan blau) sind die technischen Verfeinerungen. Neue, nicht-invasive Untersuchungsmethoden (besonders das OCT) können strukturelle Alterationen der zentralen Netzhaut und der vitreoretinalen Grenzschicht mit hoher Genauigkeit messen. Die neuen Erkenntnisse wurden auch auf andere Makulapathologien, z.B. Zellophanmakulopathien, Schichtforamina, und Makulaödeme verschiedener Ursache übertragen. Die ILM gezielt zu entfernen, speziell nach Visualisierung durch in-vivo Farbstoffe, wird nicht mehr angezweifelt. Diese Technik hat zu in der Makulalochchirurgie zu Erfolgsraten um 95% beigetragen, zur effizienten Behandlung von Zellophanmakulopathien geführt sowie bei einigen Formen des zystoiden Makulaödems beeindruckende Resultate gezeigt. Neu ist der Einsatz dieser Techniken im Rahmen der Vitrektomie bei Netzhautablösungen und PVR. Der Faszination der vitreoretinale Chirurgen durch die verbesserten Peeling-Techniken steht noch eine vorsichtige wissenschaftlich Bewertung gegenüber. Abgesehen von den noch ungeklärten pathogenetischen Zusammenhängen, erscheint derzeit am dringlichsten, die Nutzen/Risiko-Relation des ILM-Peelings bei verschiedenen Krankheitsbildern (Indikationen & Patientenselektion) zu definieren und die Kontroverse über eine mögliche Toxizität der Vitalfarbstoffe zu klären.

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