Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Vergleich von Hornhautpachymetrie und intraokularem Druck bei Makropapillen mit physiologischer Makroexkavation und normal großen vitalen Papillen

Viestenz A., Wakili N., Jünemann A., Horn F. K., Mardin C. Y.,
Friedrich-Alexander-Universität, Augenklinik (Erlangen)

Hintergrund: Makropapillen mit physiologischer Makroexkavation und erhöhtem Intraokulardruck (IOD) sind oft glaukomverdächtig. Bei Augeninnendruckwerten größer 21 mmHg erhalten diese Patienten oft eine lokale antiglaukomatöse Therapie. Vor diesem Hintergrund untersuchten wir eine mögliche Beziehung zwischen Makropapillen, IOD und Hornhautdicke.
Methode: Anhand des Erlanger Glaukom-Registers wurden retrospektiv 246 von 1096 Patienten ausgewählt, deren Gesichtsfeld bei wiederholter Untersuchung unauffällig war (Octopus 500, G1-3, MD<2,1). Es wurden Pachymetrie (Tomey), höchstgemessener IOD, Visus und Keratometrie erfasst. Die morphometrische Analyse erfolgte mittels Planimetrie. Papillen mit einer Fläche größer als 3,1 mm2 wurden als Makropapillen definiert.
Ergebnisse: Wir teilten folgende Gruppen ein: A) Makropapille, IOD<22mmHg (87 Patienten). B) Makropapille, IOD>21 mmHg (66 Patienten). C) normal große, vitale Papille, IOD<22mmHg (93 Patienten). Die Hornhautdicke betrug in A) 575 ± 36mm, B) 596 ± 37mm, C) 557 ± 31mm (p=0,003). Der keratometrische Mittelwert war in A) 41,7 ± 1,3 Dpt, B) 42,4 ± 1,3 Dpt, C) 43,0 ± 1,2 Dpt (p<0,05). Der maximal gemessene IOD betrug in A) 17,6 ± 3,1, B) 26,2 ± 4,1, C) 17,2 ± 3,4 mmHg. Gruppe A) hatte eine Papillenfläche von 3,91 ± 0,66, Gruppe B) von 3,65 ± 0,61 und C) von 2,56 ± 0,30 mm2.
Schlussfolgerungen: Makropapillen mit erhöhtem IOD haben im Mittel höhere Keratometerwerte (um etwa eine ¾ Dpt) und eine um ca. 20 mm dickere Hornhaut. Eine genaue Betrachtung der Papillenmorphologie mit den entsprechenden pachymetrischen und keratometrischen Meßwerten unter Berücksichtigung der gemessenen intraokularen Druckwerte sollte die Übertherapie von Patienten mit Verdacht auf ein Offenwinkelglaukom vermeiden.
Mit Unterstützung des SFB 539, Projekt A1 und A2

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