Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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7:00 8:00 9:00 10:00 11:00 12:00 13:00 14:00 15:00 16:00 17:00 18:00
  DO.05.  


Donnerstag, 26. September 2002
Von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr

DO.05. Steroide und Sehnervenerkrankungen

Moderation
Unsöld R.


Veranstaltungsort: Saal 4/5

 

Interdisziplinäres Symposium


Neuroophthalmologie: Unsöld, R.
Klinische Immunologie: Langer H. E.
Hämostaseologie: Zotz, R. B.


Referenten:
Unsöld, Renate, Prof. Dr. med.
Neuro-Ophthalmologische Schwerpunktpraxis
Blumenstr. 28, 40212 Düsseldorf

Langer, H. E., PD Dr. med.
Rheumatologische Schwerpunktpraxis
Am Evangelischen Krankenhaus
Fürstenwall 99, 40217 Düsseldorf

Zotz, R. B., PD Dr. med., Oberarzt
Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin
Universität Düsseldorf
Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

In den letzten Jahren sind zunehmend Patienten mit Sehnervenerkrankungen zur Beobachtung gekommen, bei denen eine initiale - vor einer genaueren Ursachenabklärung - applizierte Steroidtherapie zu schweren, zum Teil irreversiblen visuellen Funktionsverlusten und systemischen Komplikationen geführt hat. Obwohl eine initiale Steroidtherapie - z. B. bei einer Papillitis, Neuritis N. optici oder Apoplexia papillae - vielfach in der Literatur empfohlen und in der Praxis verbreitet angewandt wird, häufen sich Anhaltspunkte dafür, daß diese Vorgehensweise bei einer Reihe von entzündlichen Sehnervenerkrankungen und bei einem hohen Prozentsatz von ischämischen Optikopathien kontraindiziert ist. Initial wird erörtert, daß die Neuritis N. optici nicht ein Krankheitsbild sui generis ist, sondern unterschiedliche Ätiologien aufweist. So sind beispielsweise infektiöse und parainfektiöse Sehnervenentzündungen im Rahmen von Infektionen mit Borrelien, Clamydien, Mykoplasmen, neurotropen Viren, paraneoplastische Entzündungen nicht zu unterscheiden. Die Unterscheidung zwischen direkten infektionsbedingten bzw. durch die Immunantwort auf infektiöse Agenzien bedingte Veränderungen ist klinisch nicht sicher zu treffen. Bei der vorderen ischämischen Optikopathie handelt es sich ebenfalls nicht um ein Krankheitsbild sui generis, sondern bei der Durchblutungsstörung im Bereich des Zinn-Hallerschen-Gefäßkranzes um eine gemeinsame pathogenetische Endstrecke ätiologisch und pathogenetisch sehr unterschiedlicher zugrunde liegender Erkrankungen. In manchen Fällen ist die Entscheidung zwischen einem primär entzündlichen Prozeß im Sinne einer Vasculitis und einer Trombose innerhalb eines entzündeten Gefäßes im Sinne eines ischämischen Prozesses nicht zu treffen. Ein typisches Beispiel ist die Arteriitis temporalis, bei der eine Entzündung der Gefäßwand, als deren Auslöser im übrigen auch verschiedene infektiöse Agenzien in der Diskussion sind, mit Begleitthrombose zu einem Gefäßverschluß führt. Sie ist klinisch von der nicht arteriitischen, d.h. nicht von einer Riesenzellarteriitis ausgelösten Apoplexia papillae nicht sicher zu unterscheiden. Die Analyse von mehreren hundert Patienten mit nicht-arteriitischer vorderer ischämischen Optikopathie hat eine Vielzahl unterschiedlicher Ätiologien erbracht. Häufig handelt es sich um komplexe ätiopathogeneische Mechanismen. So spielen in einer großen Zahl von prospektiv untersuchten Patienten etwa kardiogene Embolien mit einem Prozentsatz von 15 - 20% eine wichtige Rolle. Ebenfalls zahlenmäßig bedeutsam ist die Anzahl von Patienten mit angeborenen und erworbenen Gerinnungsstörungen, die zwischen 5 -15% liegt. Häufig finden sich Kombinationen aus Herzerkrankungen und Gerinnungsstörungen. In diesen Fällen ist in der Regel die Gabe von Steroiden nicht indiziert. Auch bei einer Reihe von Primärinfektionen, die mit Gerinnungsstörungen einhergehen, kann die Gabe von Steroiden ohne die gezielte Behandlung des Erregers und eine Verbesserung der Rheologie und der vermehrten Aggregationsneigung der weiteren Thrombosierung von Gefäßen Vorschub leisten. Es wird im einzelnen erörtert, warum in der Regel die ophthalmologische Symptomatik allein zur Unterscheidung der Fälle, in denen Steroide indiziert bzw. kontraindiziert sind, nicht ausreicht. Es wird an konkreten Beispielen die ophthalmologische und internistische Klinik entzündlicher und ischämischer Sehnervenbeteiligungen bei denen Erkrankungen beschrieben, bei denen eine initiale Steroidgabe zu einer Zunahme der Morbidität führt. Es werden ebenfalls Fälle gezeigt, in denen nach initialer Klärung der wichtigsten Differentialdiagnosen eine Steroidgabe sinnvoll und hilfreich ist. Die wichtigsten infektiologischen, immunologischen und gerinnungspathologischen Parameter, die die Indikation für oder gegen eine Steroidgabe auf eine klinisch verlässliche Basis stellen, werden im einzelnen dargelegt und diskutiert. 



DO.05.01    R     14:00 Unsöld R. (Düsseldorf)
DO.05.02    R     14:30 Langer H.-E. (Düsseldorf)
DO.05.03    R     15:00 Zotz R. (Düsseldorf)
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