Abstract
Abstract
Hornhautdekompensation als initiale Manifestation eines infantilen Xanthogranuloms
Uhlig C. E., Busse H. Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
Hintergrund: Zur Abklärung wurde uns ein 6-Monate altes Mädchen wegen einer einseitigen Hornhauttrübung mit V.a. Herpes-Keratitis vorgestellt. Methode: Es erfolgte eine Narkoseuntersuchung mit Inspektion der vorderen Augenabschnitte, Gonioskopie, Applanationstonometrie, Funduskopie und Ultraschall-Biomikroskopie als auch A- und B-Bild Sonographie. Ergebnisse: Die Hornhaut des rechten Auges war ödematös verquollen. Im Kammerwinkel fanden sich gelbliche Massen. Die Iris war hyperämisch. Raumforderungen des hinteren Pols konnten weitgehend funduskopisch und echographisch ausgeschlossen werden. Am linken Auge zeigte sich eine transparente Hornhaut und ein Embryotoxon posterius. Der Augeninnendruck, gemessen mit dem Hand-Applanationstonometer nach Perkins, betrug rechtsseitig 30 sowie links 12 mm Hg. Aufgrund des Erstmanifestationszeitpunktes, der Morphologie und Färbung der Raumforderung und ihrer Lokalisation wurde die Diagnose eines Xanthogranuloms mit Sekundärglaukom gestellt und eine Bestrahlungsserie mittels Strontium 90 durchgeführt (4,20 Gy HD, aufgeteilt auf vier Sitzungen innerhalb von zwei Wochen). Komplikationen traten nicht auf. Eine Lokaltherapie erfolgte mit Fluormetholon-, Neomycin- und Timololmaleat-Augentropfen. Drei Monate nach Strahlenapplikation zeigte sich der Tumor bis auf geringe Residuen deutlich rückläufig. Der Intraokulardruck betrug 13 mm Hg.
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