![]() |
![]() |
||||||
|
|
Presseerklärungen
Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit eines neuen Therapieprinzips bei der »feuchten« altersabhängigen Makualdegeneration: Sogenannte VEGF-Hemmstoffe können die Erkrankung aufhalten und bei einem Teil der Patienten sogar die Sehkraft bessern. Die Mittel werden in mehrwöchigem Abstand in den Augapfel injiziert. Ebenso gibt es Ansätze, die Hemmstoffe mit einer Laserbehandlung zu kombinieren. Das berichten Experten auf der 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthal- mologischen Gesellschaft (DOG), die vom 21.-24. September in Berlin stattfindet. Download Pressemitteilung (*.pdf) 20. September 2006 — Die altsersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist in Industrienationen die häufigste Erblindungsursache. Bei der sich langsam entwickelnden »trockenen Form« verursachen stoffwechselbedingte Ablagerungen (Drusen) im Bereich des schärfsten Sehens (Makula) in der Netzhaut (Retina) Sehstörungen. Bei etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten entwickelt sich die »feuchte Form« der Erkrankung. Neu gebildete Blutgefäße sprießen in die Makula ein, die normalerweise keine Blutgefäße enthält. Aus diesen Gefäßen tritt Flüssigkeit aus und macht den Patienten allmählich das Lesen unmöglich, die Sinneszellen degenerieren. Die Erblindung steht am Ende, selbst wenn die Netzhaut in der Peripherie nicht beeinträchtigt ist. Ein neues Wirkprinzip. »Dieses Wirkprinzip ist ein wesentlicher Durchbruch«, sagt Professor Frank G. Holz von der Universitäts-Augenklinik Bonn, der auf der Tagung der Augenärzte mehrere Studien präsentiert. Seit einigen Monaten bereits zugelassen ist der erste Vertreter dieses Wirkprinzips, der Wirkstoff Pegaptanib. Das Mittel – es wird direkt in den Augapfel injiziert – ist so »konstruiert«, dass es spezifisch an die Wachstumsfaktoren bindet. Es bremst den Verlust der Sehkraft. In den USA und in der Schweiz bereits zugelassen ist auch Ranibizumab. In Deutschland ist dieses Medikament ebenfalls bereits über die internationalen Apotheken erhältlich, aber noch nicht zugelassen. Es handelt sich um ein humanisiertes monoklonales Antikörperfragment, das ebenfalls ein Protein aus der Gruppe der Wachstumsfaktoren (VEGF-A) bindet und dieses hemmt. Auch Ranibizumab wird in den Augapfel (»intravitreal«) injiziert. Die Injektion erfolgt anfänglich in einem monatlichen Rhythmus, danach je nach Bedarf in größeren Abständen. Die Sehkraft bessert sich. Derzeit prüfen die Experten, ob sich die Abstände zwischen den Injektionen verlängern lassen. Denn natürlich bergen die Injektionen in den Augapfel auch Nebenwirkungen und Risiken, z.B. Entzündungen. So präsentieren Wiener Augenärzte Untersuchungen, bei denen nach einer dreimonatigen Behandlung mit vierwöchigem Abstand die Behandlungsfrequenz auf eine Injektion alle drei Monate reduziert wurde. 2) Kombination mit dem Laser. »Off-label use« eines Krebsmedikamentes. Bevacizumab kombinieren die Spezialisten inzwischen ebenfalls mit einer photodynamischen Therapie: Holz: »Die vorliegenden Kurzzeitergebnisse deuten darauf hin, dass die Kombination dieser Therapien am gleichen Tag eine sichere und wirksame Therapieoption darstellt und daher weniger häufig Injektionen in den Glaskörper erforderlich sind.« 8) 1) Abstract: DO.02.03 Randomized, controlled phase III study of Ranibizumab (LucentisTM) for minimally classic or occult neovascular age-related macular degeneration: Two-year efficacy and safety results of the MARINA study |
|||
| Zurück Seitenanfang |
Pressestelle DOG Kongress DOG Geschäftsstelle |