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Presseerklärungen
Studien deuten darauf hin, dass das Vitamin Lutein bei Patienten mit einer altersbedingten Makuladegeneration das Fortschreiten der Krankheit verzögern kann. Unklar ist, ob die Vitaminsubstitution auch das Auftreten des Leidens bei gesunden Menschen verhindert oder hinausschiebt. Gleichwohl raten die Augenärzte zu einer gesunden Lutein-reichen Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Eine Nahrungsergänzung in Pillenform sei nur dann sinnvoll, wenn diese Ernährung nicht gewährleistet sei, raten Experten auf der 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), die vom 21.-24. September in Berlin stattfindet. Download Pressemitteilung (*.pdf) 20. September 2006 — »Jeder Mensch bekommt Falten, jeder bekommt graue Haare – und jeder bekommt eine Makuladegeneration wenn er alt genug wird«, sagt Professor Gabriele Lang von der Universitäts-Augenklinik in Ulm. In der Tat ist die kurz AMD genannte altersbedingte Makuladegeneration in den Industrienationen die häufigste Ursache für den Verlust der Sehschärfe bis hin zur Erblindung im höheren Alter. Über die Ursachen des Leidens wissen die Augenärzte noch vergleichsweise wenig: Genetische Faktoren spielen eine Rolle, aber auch Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Rauchen. Auch oxidativer Stress hat einen Einfluss, sagt Lang: »Wenn die natürlichen Schutzmechanismen im höheren Alter nicht mehr ausreichend wirken, kommt es zu oxidativen Lichtschäden an der Makula. «Aufgrund von epidemiologischen Untersuchungen wissen die Experten darüber hinaus, dass bei Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, die AMD später und seltener auftritt. Auch Eskimos, die viel Fisch verzehren und damit Omega-3-Fettsäuren aufnehmen, haben ein geringeres Risiko. Damit ist klar, dass auch die Ernährung eine Rolle spielt. Lutein ist ein Lichtfilter. In einer Untersuchung, der »LAST-Studie«, wurden Patienten mit AMD ein Jahr lang mit täglich 10 Milligramm Lutein sowie weiteren Vitaminen und Mineralien behandelt. Resultat: Das Makulapigment nahm signifikant um 40 Prozent zu, die Sehschärfe verbesserte sich und die Kontrastempfindlichkeit wuchs. »Diese und andere Studien deuten darauf hin, dass sich durch eine Einnahme Lutein-haltiger Nährstoffpräparate das Fortschreiten der trockenen AMD verzögern lässt«, lautet die Schlussfolgerung der Ulmer Ophthalmologin 1). Ob gesunde Menschen von einer solchen Substitution profitieren, wissen die Experten allerdings noch nicht. Studien zur prophylaktischen Wirkung einer Luteingabe als Nahrungsergänzung bei Gesunden stehen aus. Gleichwohl fragen Patienten ihre Augenärzte, ob eine solche Nahrungsergänzung sinnvoll sein könnte. »Wer sich gesund ernährt, wer fünf bis sechs Mal am Tag Obst und Gemüse isst und die mediterrane Küche bevorzugt, braucht sicherlich keine Pillen zu nehmen«, lautet die pragmatische Empfehlung von Gabriele Lang. Allerdings weiß die Augenärztin auch, dass gerade ältere Menschen sich oft anders ernähren oder nur wenig essen. »Dann ist ein Multivitaminpräparat, das 10 Milligramm Lutein enthält und bei dem auch die anderen Vitamine im empfohlenen Bereich dosiert sind, sicherlich empfehlenswert.«
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