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Presseerklärungen
Mit modernen Methoden der Hornhautchirurgie und neuen Kunstlinsen können Augenärzte die »Sehqualität« fehlsichtiger Patienten optimieren. Neue Verfahren versprechen sogar »Adleraugen«. Experten ziehen auf der 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin die Grenze zwischen wünschenswerten Entwicklungen und Marketing. Download Pressemitteilung (*.pdf) 24. September 2006 — Seit einiger Zeit sorgt eine Methode unter den Begriffen »Wellenfrontkorrektur« oder »wellenfrontgeführte Hornhautchirurgie« in der Augenheilkunde für Furore. Durch eine spezielle Laserbehandlung der Hornhaut, eine technische Weiterentwicklung der konventionellen LASIK-Behandlung, soll sich die Sehschärfe deutlich verbessern lassen – bis hin zum »Adlerauge«. Mit dem Verfahren machen die Ophthalmologen eine Anleihe bei den Astrophysikern: Wenn diese mit Spiegelteleskopen ins Universum spähen und Lichtsignale von Sternen »einfangen«, sind optische Fehler unausweichlich; das Wetter in der Atmosphäre lässt eine punktförmige Lichtquelle nur als »verschmiertes« Signal ankommen. Vermeiden lässt sich dies durch eine computergesteuerte Verbiegung der Spiegelfläche in vielen winzigen Segmenten im Bereich von Bruchteilen der Wellenlänge des Lichts. Das nennen die Astrophysiker »Wellenfrontkorrektur«. Jenseits des Expertenstreits um die richtige Bezeichnung und die beste Methode sind sich die Experten gleichwohl einig, dass die Sehschärfe (der Visus) prinzipiell verbessert werden kann. »Mit der modernen refraktiven Hornhaut-Chirurgie und ständig weiterentwickelten Intraokularlinsen versuchen wir, dem Patienten eine optimale Sehqualität zu geben«, sagt Preußner. »Doch es ist noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten, bis die Grenze des theoretisch Möglichen erreicht ist.« Fehler können im optischen System Auge sowohl an der Hornhaut als auch an der Linse auftreten. An beiden Teilen können die Augenärzte Korrekturen vornehmen, wobei Hornhautfehler zu einem gewissen Teil auch durch Linseneingriffe und Linsenfehler durch eine Hornhautbehandlung korrigierbar sind. Die refraktive Chirurgie kann die optischen Fehler der Hornhaut durch deren Bearbeitung mit dem Laser korrigieren. Intraokularlinsen, welche die Linse des Auges ersetzen und bei der Operation des »grauen Stars« (Katarakt = Linsentrübung) eingepflanzt werden, sorgen nicht nur wieder für klare Sicht, sondern können gleichzeitig auch eine Fehlsichtigkeit bessern. Doch während eine Brille im Bereich einer viertel Dioptrie genau angepasst werden kann, ist diese Genauigkeit einer Katarakt-Operation um den Faktor drei geringer. Die refraktive Hornhaut-Chirurgie kann beispielsweise eine Kurzsichtigkeit bis minus acht Dioptrien und eine Weitsichtigkeit bis zu vier Dioptrien korrigieren. Eine stärkere Fehlsichtigkeit lässt sich durch bestimmte Intraokularinsen, sogenannte Phake Linsen, behandeln. Diese Linsen werden zusätzlich implantiert, die eigene Linse bleibt erhalten – und damit die Akkommodationsfähigkeit. Die natürlichen Grenzen. »Theoretisch ist es möglich, durch die Implantation einer Intraokularlinse und die Bearbeitung der Hornhaut ein Adlerauge zu erzeugen«, sagt Preußner. Die natürliche Grenze bildet dabei nicht die Optik, sondern die Weichheit, also die »biomechanische Instabilität« der Hornhaut. |
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