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Presseerklärungen
Download Pressemitteilung (*.pdf) Presse-Information vom 23. September 2007 Schon Neugeborene und Kleinkinder können an Linsentrübungen („grauer Star“) oder einem Glaukom („grüner Star“) erkranken. „Eine frühzeitige Diagnostik und besondere Operationsmethoden, welche die Augenärzte in spezialisierten Zentren einsetzen, können jedoch verhindern, dass die Kinder erblinden“, erklären Experten auf dem 105. DOG-Kongress in Berlin. Eines von 15.000 Babys kommt mit einem genetisch bedingten Glaukom („grüner Star“) zur Welt oder entwickelt dieses Augenleiden im ersten Lebensjahr. In 65 bis 80 Prozent der Fälle sind beide Augen betroffen. Stets ist ein erhöhter Augeninnendruck die Ursache, der den Sehnerv schädigt. Die Kinder fallen in den meisten Fällen durch „schöne große Augen“ auf, die der erhöhte Augeninnendruck erzeugt. Weitere Symptome sind beispielsweise Lichtscheu und ein vermehrter Tränenfluss. Ebenso gibt es Kinder, die mit einer angeborenen Linsentrübung, einer Katarakt („grauer Star“), geboren werden oder die Krankheit schon frühzeitig entwickeln. Ein Teil der Fälle geht auf eine Genveränderung zurück, aber auch eine Röteln-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft sowie Stoffwechselerkrankungen beispielsweise können die Linse trüben. Ein Glaukom im Kindesalter wird immer operiert. Bei Erwachsenen wird die Erkrankung stets mit Medikamenten behandelt, nur zehn Prozent werden operiert. Kinder erhalten demgegenüber immer eine Operation. „Die Therapie muss bei den Kindern anders sein als bei Erwachsenen“, erklärt Professor Franz Grehn, Direktor der Universitäts-Augenklinik Würzburg, „schließlich müssen wir bei unseren kleinen Patienten ein noch langes Leben lang die Blindheit verhindern.“ Eine Auswertung von insgesamt 43 kleinen Patienten, die an der Würzburger Universitäts-Augenklinik operiert wurden, zeigt, dass der Augeninnendruck durch die Eingriffe – im Schnitt waren zwei erforderlich – von durchschnittlich 31 mm Quecksilbersäule auf 15 mm Hg zum Zeitpunkt der letzten Nachuntersuchung sank. „Bei der Mehrzahl der operierten Augen war keine medikamentöse Zusatzbehandlung erforderlich“, sagt Franz Grehn. Trotz dieser effektiven Senkung des Augeninnendrucks bleibt die Sehschärfe der Kleinen in den meisten Fällen indes unter der Norm. Viele Kinder müssen eine Brille tragen, ein Drittel beginnt zu schielen. Katarakt: Eine Linsentrübung ist nicht immer erkennbar. „Natürlich ist eine deutliche Linsentrübung schon mit dem bloßen Auge zu erkennen“; sagt Professor Thomas Kohnen von der Klinik für Augenheilkunde der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt a.M. Doch leichte Trübungen beispielsweise sind weder für Eltern noch Kinderärzte sichtbar. Kohnen: „Oft registrieren die Eltern zunächst nur eine gesteigerte Blendempfindlichkeit oder es fällt auf, dass das Kind sich anders entwickelt.“ Die Operation, bei der die Linse entfernt und gegen eine Kunstlinse ausgetauscht wird, ist bei Erwachsenen ein Routine-Eingriff. Doch bei einem Baby oder Kleinkind stellt sie an den Operateur höchste Ansprüche. Aufgrund der weichen und elastischen Gewebestrukturen des kindlichen Auges sowie der extrem hohen Rate von Sehstörungen, die durch Trübungen der belassenen hinteren Linsenkapsel nach dem Eingriff verursacht werden können, setzen die Augenärzte an spezialisierten Zentren komplexe Operationstechniken ein. Muss ein Kind vor dem neunten Lebensmonat operiert werden, entwickelt sich bei vielen in der Folge ein schweres Sekundär-Glaukom. „Dieses ist medikamentös und operativ schwer zu behandeln“, sagt Grehn, „die Erfolgsraten sind in diesen Fällen deutlich geringer als bei einem angeborenen Glaukom.“. ___________________________________ Die DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Ihr Ziel ist die Förderung der Ophthalmologie vor allem in den Bereichen Forschung und Wissenschaft. Zu diesem Zweck initiiert und unterstützt die Gesellschaft u.a. Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Studien, veranstaltet Kongresse und Symposien, gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus und gewährt Stipendien vornehmlich für junge Forscher. Mit über 5300 Mitgliedern zählt sie zu den bedeutenden medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. Gegründet wurde die DOG 1857 in Heidelberg. Sie ist damit die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt. |
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