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Pressearchiv 2008


106. Kongress der DOG
18. bis 21. September 2008, Estrel Hotel Berlin
Sehstörungen als Risiko im Straßenverkehr
Ausfälle des Gesichtsfeldes bleiben häufig unbemerkt

München, Juli 2008 –
Schlaganfälle, Verletzungen oder auch Tumoren im Gehirn können auch das Sehen beeinträchtigen: Betroffene nehmen bestimmte Bereiche ihres Gesichtsfeldes nicht mehr wahr. Häufig bemerken sie die Sehstörungen jedoch gar nicht. Sie gefährden deshalb sich und andere – zum Beispiel im Straßenverkehr, warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) anlässlich einer aktuellen Studie. Die
Fachgesellschaft empfiehlt für diese Menschen augenärztliche Untersuchungen.

Wissenschaftler der Universität Lübeck untersuchten 15 Personen mit Ausfällen im Gesichtsfeld. Einigen Patienten fehlte ein Viertel oder sogar die Hälfte des normalen Sehfeldes. Dennoch fühlten sich die Betroffenen im Alltag nicht beeinträchtigt. Blinde Menschen sind mitunter kontaktschwach oder ziehen sich zurück, so die Autoren. Dies sei bei den Patienten mit Gesichtsfeldausfällen jedoch nicht feststellbar. Erst in einem speziellen Fragebogen zu Sehstörungen gaben die Betroffenen leichte Einschränkungen im Sozialleben und Probleme beim Autofahren an. Diese
beeinträchtigten jedoch angeblich nicht ihr allgemeines Befinden.

Die Ergebnisse bestätigen die Erfahrungen von Augenärzten: „Solange der Bereich des schärfsten Sehens nicht betroffen ist, werden auch größere Gesichtsfeldausfälle oftmals nicht als Beeinträchtigung empfunden“, erläutert Professor Dr. med. Frank G. Holz, Präsident der DOG. Dies sei vergleichbar mit dem bei jedem Gesunden vorhandenen blinden Fleck: Dort, wo der Sehnerv aus dem Auge in das Gehirn austritt, stellt die Netzhaut kein Bild dar. Menschen mit Gesichtsfeldausfällen nehmen diese ebenfalls nicht als schwarz oder störend wahr. „Die Betroffenen haben oft gar nicht das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt”, erläutert der Experte von der Universitäts-Augenklinik in Bonn. Selbst der Ausfall des halben Gesichtsfeldes, die Hemianopsie, werde mitunter noch als normal empfunden. „Viele Patienten wundern sich lediglich darüber, dass sie sich häufiger an Türen stoßen oder mit anderen Personen kollidieren“, berichtet Professor Holz. Einigen fällt es auch schwer, beim Lesen den Anfang der nächsten Zeile zu finden.

Zur Gefahr werden Ausfälle im Umfeldsehen und insbesondere die Halbseitenblindheit im Straßenverkehr. Autofahren ist Menschen mit größeren Gesichtsfeldausfällen verboten. Da viele Betroffene sich ihrer Beeinträchtigung jedoch gar nicht bewusst sind, führen in Deutschland
nach Schätzungen der DOG mehrere Tausend Menschen mit solchen Ausfällen einen PKW. Die DOG empfiehlt deshalb dringend, dass hirngeschädigte oder -verletzte Menschen sich nach der Genesung auch augenärztlich untersuchen lassen, bevor sie ihren Alltag wieder aufnehmen.

Gesichtsfeldausfälle lassen sich nur mittels einer gezielten augenärztlichen Untersuchung feststellen.

Quelle:
S. Jobke, E. Kasten, B. A. Sabel:
Zeigen Patienten aufgrund ihres Gesichtsfeldausfalls Veränderungen in ihrer Persönlichkeit? Eine Untersuchung mittels FPI-R und NEI-VFQ
Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 2008; 225: 570-576

 
         
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Ihr Pressekontakt bei der DOG:
Anna Julia Voormann
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG)
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931 552
Fax: 0711 8931 167
E-Mail: voormann@medizinkommunikation.org

Kontakt für Presseanfragen zum 106. DOG-Kongress:
Silke Stark
106. DOG-Kongress
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