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Empfehlungen, Leitlinien

Empfehlung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V.
und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands zur
Fahreignungsbegutachtung für den Straßenverkehr
3. Das augenärztliche Gutachten
3.2 Befund der augenärztlichen Untersuchung
3.2.6 Stereosehen
Bedeutung für den Straßenverkehr
Intaktes querdisparates Tiefensehen (Stereosehen) hilft dem Kraftfahrer bei der Abschätzung von Entfernungen im Nahbereich um das Fahrzeug bis ca. 30 - 50 m Abstand. Auf größere Entfernung ist das stereoskopische Sehen nicht mehr wirksam. Es gibt bis zum heutigen Zeitpunkt keine statistisch abgesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, welches Unfallrisiko fehlendes Stereosehen für den Straßenverkehr mit sich bringt. Insofern kann auch derzeit kein definitiver Grenzwert als wissenschaftlich gesichert angegeben werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass ein Kraftfahrer mit normalem querdisparaten Tiefensehen besser in der Lage ist, Verkehrssituationen im Straßenverkehr einzuschätzen als ein Fahrer ohne stereoskopisches Sehen.
Methode
Bei dem verschärften Sehtest für Arbeits- und Betriebsmediziner ist unter Punkt 2.1.2 ein Stereotest eingeführt worden: „Normales Stereosehen, geprüft mit einem geeigneten Test (z.B. Random-Dot-Teste)“. Damit sind die Stereoteste nach Lang, der Randot-Test, der TNO-Test und andere Testverfahren gemeint, die Stereosehen mit zufallsverteilten Punktemustern prüfen. Die Untersuchung dient nur als Suchverfahren für Nicht-Ophthalmologen zum Ausschluss von Binokularstörungen oder von Schielen.
Bei der augenärztlichen Untersuchung sollte das Stereosehen eigentlich mit einem Ferntest geprüft werden, um eine verkehrsrelevante Beurteilung des Binokularsehens zu ermöglichen. Ein Untersuchungsverfahren, das eine ausreichend fein abgestufte und wiederholbare Prüfung erlaubt, ist zur Zeit nicht auf dem Markt. Daher sollte das Stereosehen weiterhin bei Nahblick geprüft werden, obwohl auch hier statistisch gesehen keine guten Verfahren existieren. Erkennt der Proband die Objekte auf randomisierten Stereotesten richtig (Lang-Test I oder II, TNO-Test, rechte Seite des Randot-Tests, randomisierte Test beim Polatest oder beim CompuVist, Randot Preschool Stereoacuity Test), so ist das Stereosehen als sehr gut anzusehen. Werden sie nicht erkannt, so sollte beim Titmus-Test (Flächentest) mindestens ein Wert von 100’’ erreicht werden: beim Titmus-Test Ring Nr. 5 oder Tier Nr. C; beim Randot-Test Ring Nr. 4. Zusätzlich muss bei den Fahrerlaubnisklassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E und bei der Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung der Nachweis erbracht werden, dass bei Fernblick kein intermittierendes Schielen, keine Doppelbilder und keine Exklusionstendenz vorliegen. |
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