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Nachlese zum DOG Kongress 2007 Eröffnungssrede des DOG-Präsidenten Grußwort des WOC-Präsidenten
Sehr geehrte Präsidenten der Ophthalmologischen Gesellschaften!
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Recht genau vor 150 Jahren, vom 3. bis 5 September 1857, initiierte Albrecht v. Graefe im Hotel Schrieder zu Heidelberg eine Zusammenkunft von 12 interessierten Augenärzten, darunter Friedrich Horner aus der Schweiz und Ferdinand v. Arlt aus Wien. Dieses legendäre Treffen war die Geburtsstunde unserer Gesellschaft, der Ophthalmologischen Gesellschaft, die seither als älteste medizinische Fachgesellschaft überhaupt angesprochen wird und mithin die weltweit älteste ophthalmologische Fachgesellschaft ist. Diese Ophthalmologische Gesellschaft war von Beginn an international angelegt: „Die unwiderstehliche Anziehungskraft“, so schrieb Zehender, „die der Gründer bis in die weitesten Fernen ausübte, hatte bewirkt, daß in damaliger Zeit die größten und hervorragendsten Fachmänner aller Nationen sich nach Heidelberg hingezogen fühlten, daß sie an unseren Verhandlungen teilnahmen, daß sie an der Gründung der Gesellschaft sich beteiligten und, zum Teil wenigstens, Mitglieder der Gesellschaft geblieben sind“. Es gab gerade im 19. Jahrhundert Phasen, in denen die Zahl der internationalen Mitglieder der Heidelberger Gesellschaft sogar diejenige der deutschen Teilnehmer übertraf. Die Heidelberger Treffen waren – inspiriert von Albrecht v. Graefe – internationale Treffen, um den ophthalmologischen Wissensstand in kollegialer, ja freundschaftlicher Atmosphäre zu diskutieren. Wir werden auf diesem Jubiläumskongreß in besonderer Weise an das internationale Grundverständnis der Gründerjahre anknüpfen: Es wird der Stand der weltweiten Verhütungsmaßnahmen vermeidbarer Blindheit diskutiert werden, es wird erstmals ein afrikanisch-deutsches Symposium geben, neben zahlreichen internationalen Symposiumsangeboten wird die Kooperation mit osteuropäischen Gesellschaften, diesmal der Ukraine, einen besonderen Schwerpunkt bilden. Ich möchte an dieser Stelle insbesondere unseren internationalen Referenten Dank sagen, daß sie diesen Kongreß mit ihren Beiträgen bereichern. Lassen Sie mich einen zweiten Punkt ansprechen, der für die Gründungsphase unserer Gesellschaft essentiell war und heute in modifizierter Form aktuell ist: Zur Zeit der Gründung unserer Gesellschaft gab es die Augenheilkunde als eigenständiges universitäres Fachgebiet nicht. Albrecht v. Graefe und seine Kollegen, beispielsweise sein Vetter Alfred Graefe in Halle, haben aus Privatkliniken heraus gegen den erbitterten Widerstand der preußischen Kultusbürokratie und auch gegen den Widerstand ihrer eigenen Fakultätskollegen ophthalmologische Lehrstühle durchgesetzt. Albrecht v. Graefe hat dies einmal in einem Schreiben an Jacobsen so formuliert: „Es hängen daran (an der Einrichtung eines Lehrstuhls), so wie einmal die Form unserer Universitäten ist, sachliche Rechte und Ansprüche der verschiedensten Art, welche mit der Kultur des betreffenden Fachs in der engsten Verbindung stehen“. Nach harten Auseinandersetzungen übernahm Albrecht v. Graefe 1866 die Augenabteilung der Charité und wurde 1868, zwei Jahre vor seinem Tode, zum Ordinarius für Augenheilkunde ernannt, wobei ihm damals die Prüfungsberechtigung für das Fach noch vorenthalten wurde. Auch heute können der Zustand der Universitäten, die Arbeits- und Forschungsbedingungen unserer Gesellschaft nicht gleichgültig sein, da sie ein wichtiger Gradmesser des Zustandes der wissenschaftlichen Augenheilkunde insgesamt sind. Der überwiegende Anteil, schätzungsweise 70 Prozent, der ophthalmologischen Forschung findet nach wie vor an den Universitäten statt, bei den grundlagenwissenschaftlichen Projekten liegt dieser Anteil eher noch höher. Im § 1 unserer Satzung heißt es: „Zweck der Gesellschaft ist die Förderung der wissenschaftlichen Augenheilkunde“. Die DOG unternimmt alle Anstrengungen, damit eine funktionierende Infrastruktur für die ophthalmologische Wissenschaft und die Forschung erhalten bleibt, ja mehr noch, sie weiter ausgebaut und gestärkt wird. Hiermit ist meines Erachtens eng verknüpft, daß die Leitungsfunktionen im Hochschulbereich attraktiv bleiben, die Dotierung wissenschaftlicher Stellen deutlich verbessert wird und der seit mehr als 10 Jahren kontinuierlich voranschreitende Abbau von C3-/W2-Positionen gestoppt wird. Die Tatsache, daß die Forschungs- und Lehre-Budgets, vor allem auch in den neuen Bundesländern, kaum die Höhe von Oberarztgehältern übersteigen, macht deutlich, unter welch schwierigen Bedingungen in unserem Lande – selbst an den Universitäten – Forschung generiert wird. Um so höher ist es unserer eigenen Gesellschaft anzurechnen, daß der Betrag der ausgeschriebenen Wissenschaftspreise und Wissenschaftsförderungen, die über die DOG vergeben werden, sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert hat und gegenwärtig einen Gesamtbetrag von knapp 300.000,00 € pro Jahr ausmacht. Meine sehr verehrten Damen und Herren, unsere Gesellschaft blickt auf eine 150jährige außerordentlich erfolgreiche Geschichte zurück. Unsere Mitglieder haben hervorragende medizinische Innovationen kreiert, die sich weltweit durchgesetzt haben: Der Bogen läßt sich hier spannen von der Präsentation des Helmholtzschen Augenspiegels, dem Siegeszug der Laserkoagulation Meyer-Schwickeraths, der Mikrochirurgie von Harms und Mackensen, der Plombenchirurgie von Custodis bis hin zur Seilerschen Myopiekorrektur der Hornhaut. Die wesentlichen Epochen dieser Erfolgsgeschichte sind in einer Festschrift festgehalten worden, die ihnen zu Beginn der Tagung überreicht wurde. Ich möchte an dieser Stelle im Namen des Präsidiums unserer Gesellschaft Dank sagen den Kollegen Klaus Bergdolt, Martin Rohrbach, Manfred Jähne, Martin Reim, Rolf Grewe, Philip Gass, Anselm Kampik, Beate Kunst und Jutta Herde, die diese für das Selbstverständnis unserer Gesellschaft so wichtige Schrift in vortrefflicher Weise abgefaßt haben. Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen, wir werden an die Erfolge vergangener Jahrzehnte nur anknüpfen können, wenn es uns auch in Zukunft gelingt, begabte, motivierte und exzellent ausgebildete Ophthalmologen für die wissenschaftliche Augenheilkunde zu begeistern. Von ganz zentraler Bedeutung wird hierbei sein, ob es gelingt, die wissenschaftliche Laufbahn für diese Hoffnungsträger so attraktiv zu gestalten, daß sich genügend junge Kollegen für die wissenschaftliche Augenheilkunde als Berufsperspektive entscheiden. Leider hat es hier aus den vielfältigsten Gründen heraus in den letzten Jahren erhebliche Einbrüche und Rückschläge gegeben. Es ist für die wissenschaftliche Augenheilkunde und für unser Fach insgesamt deletär, wenn der forschende Arzt an einer Klinik unter den Ärzten am schlechtesten verdient und die Besoldungsstruktur derart pervertiert wird, daß derjenige belohnt wird, der sich eben nicht den Mühen einer Habilitation unterzieht. Derartige Strukturen sind nicht geeignet, den wissenschaftlichen Nachwuchs an den Hochschulen zu halten und zu motivieren: Hier ist eine dringende Kurskorrektur geboten. Meine Damen und Herren, wer auf Dauer wissenschaftlich aktiv bleiben möchte und aktiv auch im Grundlagenbereich forschen möchte, braucht eine Perspektive für die weitere Karriere. Die DOG setzt sich dafür ein, daß in unserem von Subspezialitäten geprägten Fach genügend Langzeitpositionen geschaffen werden, die für den wissenschaftlichen Nachwuchs attraktiv sind. Mit großer Sorge sehen wir den Abbau von leitenden strabologischen und neuroophthalmologischen Professuren, wie überhaupt die Schaffung von wissenschaftlich eigenständigen Teilgebieten und Sektionen in vielen Fakultäten äußerst restriktiv gehandhabt wird. Dies führt natürlich zu einer Verflachung der wissenschaftlichen Landschaft. Dabei haben doch gerade die Kliniken, die in kollegialer Form mehrere Subspezialitäten in ihren Leitungsstrukturen verankern konnten, ein besonders gutes Forschungsprofil entwickeln können und waren auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs besonders attraktiv. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen an fachlichen und persönlichen Erfahrungen reichhaltigen DOG-Kongreß im 150. Jahr des Bestehens unserer Gesellschaft. |
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Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, über die Einladung zu diesem Grußwort habe ich mich sehr gefreut. Für die Möglichkeit, hier als Präsident des Weltkongresses 2010 in Berlin zu Ihnen sprechen zu dürfen, danke ich herzlich und ich tue dies im Namen des gesamten WOC-Komitees, das seit 2002 in dieser Zusammensetzung tätig ist und bei dem ich mich an dieser Stelle für die geleistete Arbeit ganz herzlich bedanken möchte. Liest man in den Annalen der DOG nach, so war es die Anberaumung des ersten internationalen Kongress 1857 in Brüssel, die Albrecht von Graefe dazu bewog, sich kurz vorher mit 12 Kollegen zu einem Meinungsaustausch und auch zu einem geselligen Beisammensein in Heidelberg zu treffen. Es war dies die Gründung dieser ältesten Fachgesellschaft der Welt, deren Vorsitz Sie, sehr verehrter Herr Duncker, heute begleiten. Die DOG ist seit jeher eine internationale Gesellschaft und durfte den Weltkongress bisher zweimal ausrichten, 1888 in Heidelberg und 1966 in München. 2010 wird unter der Gastgeberschaft von DOG und AAD zusammen mit dem International Council of Ophthalmology zum dritten Mal der Weltkongress für Augenheilkunde in Deutschland stattfinden in der Hauptstadt Berlin, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung unseres Landes. Berlin ist zum glamourösen internationalen Treffpunkt mit vielfältigen Aktivitäten geworden. Und auch in der Verbindung historischer Gebäude und moderner Architektur als Kongressort anderen Metropolen durchaus ebenbürtig. Ich begrüße ganz besonders herzlich den Präsidenten des überaus erfolgreichen Weltkongress 2006 in Sao Paulo, Rubens Belfort. Rubens, ein Freund, der uns auch bei 2010 unterstützen wird und wir werden heute noch vieles besprechen können. Auch Yasuo Tano, der zukünftige Weltkongress-Präsident aus Japan wird noch auf diesem Meeting erwartet. Es ist mir eine Freude, meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie alle bereits heute für 2010 in das internationale Kongresscentrum nach Berlin einzuladen. Das International Council, die DOG und die AAD setzen alles daran, in drei Jahren in Berlin eine globale, wissenschaftlich interessante und gesellschaftlich im Gedächtnis bleibende Konferenz auszurichten, die den Namen Weltkongress für Augenheilkunde verdient. Unter vielem anderen werden wir ein zünfitges bayerisches Oktoberfest, das wir WOCtoberfest nennen, für unsere Gäste nach Berlin verlagern. Heute aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, feiern wir 150 Jahre DOG. Und an dieser Stelle, Herr Präsident Duncker, wünsche ich Ihrer Jubiläumstagung einen erfolgreichen Verlauf und rufe Ihnen allen, meine sehr verehrten Damen und Herren nochmals zu: See you in Berlin in 2010!
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