| |
Home
Die Gesellschaft
Förderungen
Veranstaltungen
DOG Kongresse
DOG Symposien
AAD
WOC 2010
Fortbildungskalender
Zeitschriften
Veröffentlichungen
Mitgliederbereich
Presse
Patienten
Links
|
|
Nachlese zum DOG Kongress 2007

Ehrungen
Ernennung des Ehrenmitglieds, Prof. Dr. Rainer Sundmacher
durch Prof. Dr. G. Duncker
Laudatio auf Prof. Jörg Draeger, Hamburg
anlässlich der Sitzung der Verkehrsophthalmologie am 22.09.2007
Prof.em.Dr.Dr.h.c.mult. G.O.H. Naumann

Ernennung des Ehrenmitglieds, Prof. Dr. Rainer Sundmacher
durch Prof. Dr. G. Duncker

Rainer Sundmacher wurde am 09.01.1943 in Gadebusch (Mecklenburg) als ältester von drei Brüdern geboren. 1945 verzog die Familie nach Hannover, wo er 1962 Abitur machte. Im selben Jahr kam er der Wehrpflicht der Bundeswehr nach, die er 1964 als Leutnant verließ. Das Medizinstudium absolvierte er von 1964 bis 1969 in Berlin, Lübeck, Wien und Göttingen. Dem Staatsexamen im Jahr 1969 folgte die Medizinalassistentenzeit in Göttingen. 1969 promovierte Rainer Sundmacher zum „Dr. med.“ mit einer experimentellen Arbeit am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen (Prof. Dr. Dr. Timm) mit dem Thema „Histochemischer Nachweis von Schwermetallen im Knochenmark der weißen Ratte“. 1970 absolvierte er das amerikanische Examen (ECFMG). Im selben Jahr heiratete er Margarete Arnold. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder, Nicola (geb. 1972), Dominik (geb. 1974) und Leonie (geb. 1979) hervor. 1970 bis 1971 war er wissenschaftlicher Assistent am Hygieneinstitut in Göttingen beim Virologen Prof. Dr. Rainer Thomssen, mit Forschungsaufgaben zum Hepatitis B Virus und zu zellulären Immunreaktionen. Ab 1971 widmete er sich schließlich der Augenheilkunde und wurde wissenschaftlicher Assistent an der Augenklinik in Freiburg (Prof. Dr. Mackensen). Die Facharztreife erlangte er 1975. 1977 folgte die Habilitation mit dem Thema „Diagnose und Therapie schwerwiegender Hornhauterkrankungen“. 1984 wurde er C2-Professor auf Lebenszeit für Augenheilkunde und stellvertretender Klinikdirektor in Freiburg. 1986 erhielt er Rufe auf die C4-Lehrstühle für Augenheilkunde in Hannover und Düsseldorf. Den Ruf nach Düsseldorf nahm er zum 17.11.1986 an und hatte die Position als Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf bis zu seiner Emeritierung am 31.03.2006 nahezu 20 Jahre inne.
Sein wissenschaftliches Werk umfasst das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie von Hornhaut-, Bindehaut- und Liderkrankungen. Daneben hat er auch eine ganze Reihe viel beachteter Publikationen zur Uveitis verfasst. Insgesamt hat er mehr als 400 wissenschaftliche Arbeiten publiziert, etwa dreiviertel hiervon in wissenschaftlichen Zeitschriften mit internationalem Review-Board. In den 70er Jahren hat er durch eine Vielzahl von in-vitro Studien, tierexperimentellen Studien, besonders aber auch klinischen, prospektiven randomisierten Studien erstmals nachhaltige Ordnung in das bis dahin heillose Durcheinander von Diagnostik und Therapie herpetischer Augenerkrankungen gebracht. Viele dieser bahnbrechenden Veröffentlichungen sind – man muss heute sagen leider – damals ganz unprätentiös nur einmal deutschsprachig erfolgt, was heute undenkbar wäre. Auf der anderen Seite hat Rainer Sundmacher bereits in einer Zeit in international hochkarätigen Zeitschriften wie Lancet publiziert, als in Deutschland der Impact Factor noch ein Fremdwort war. Zur anerkannten internationalen Größe ist er mit dem von ihm 1980 in Freiburg abgehaltenen ersten internationalen ophthalmologischen Herpessymposium geworden, dessen Kongressband lange Zeit die Bibel der klinischen Herpesforscher war. In der Düsseldorfer Zeit sind dann zusätzlich Hornhaut- und Stammzelltransplantation, aber auch die Kultivierung von Hornhauttransplantaten in den Fokus seines Interesses gerückt. So entstanden eine Vielzahl von Arbeiten zur lokalen und systemischen Immunprophylaxe, aber auch zu modernen Matching-Techniken bei Hornhauttransplantationen und auch zu neuen Techniken der Limbusstammzelltransplantation. Ihm als innovativem und immer umsichtigen Operateur über die Schulter zu schauen, war stets faszinierend und fand verdiente Anerkennung in Form des Leonhard-Klein-Preises der DOG (1994) sowie des Preises für Ophthalmochirurgie der DOG (1998).
Als Kliniker hat Rainer Sundmacher vor allem im vorderen Augenabschnitt gewirkt. Im Laufe seines langjährigen Schaffens hat er mehr als 30.000 Patienten persönlich mikrochirurgisch versorgt, darunter mehr als 3.000 mit Hornhauttransplantationen. |
|
| |
Zurück
Seitenanfang |
|

Laudatio auf Prof. Jörg Draeger, Hamburg
anlässlich der Sitzung der Verkehrsophthalmologie am 22.09.2007
durch Prof.em.Dr.Dr.h.c.mult. G.O.H. Naumann

Herren Vorsitzende, lieber Herr Lachenmayr! Lieber Herr Kolling!
Lieber Jörg Draeger!
Sehr verehrte Damen und Herren Kollegen!
Zunächst danke ich dem Vorstand unserer Gesellschaft für den ehrenvollen Auftrag, eine Laudatio auf Jörg Draeger zu halten. Wie komme ich zu der Ehre? Die Verkehrsophthalmologie verbindet uns eher nicht, ich bin bis heute über dieses wichtige Revier unverbesserlich ahnungslos. Selbst unter Jörg Draegers unmittelbarer Anleitung erwies ich mich auch als unfähig, Motorboot- oder Wasser-Skifahrer zu werden oder als Kopilot bzw. verwirrter Navigator zu funktionieren. Es muss also andere Gründe dafür geben, dass Sie mich auswählten.
Jörg Draeger ist ein hochverdientes Mitglied unserer Gesellschaft – zugleich eine komplexe Persönlichkeit mit hohem intellektuellem Anspruch – ausgestattet mit einem reichen Filigran an Selbst-Ironie. – Außerdem war er mein allererster Oberarzt in Hamburg 1961 und ein Freund seit dieser Zeit. Es ist völlig ausgeschlossen, ihn in wenigen Minuten ausreichend zu würdigen, ich kann es nur versuchen und werde folgende Gliederung benutzen: 1. Curriculum vitae in Stichworten; 2. Wissenschaftliches Werk – soweit ich es verstehe – Funktionen und Anerkennung; 3. Anmerkung zu seiner Persönlichkeit.
1. Stichworte zum Curriculum vitae: Jörg Draeger ist ein Thüringer, der am 29.11.29 in Gera geboren wurde. Er studierte Medizin in Heidelberg 1950 – 1955.
Die Ausbildung zum Augenarzt erfolgte 1955 – 1962 an der Universitäts-Augenklinik Hamburg, bei unserem gemeinsamen Lehrer, Hans Sautter, sowie in Bern bei Hans Goldmann. Dessen Anwendung „physikalischer Prinzipien in der Augenheilkunde“ war Vorbild für sein anhaltendes Wirken in der Augenheilkunde.
1962 Habilitation über „Untersuchungen über den Rigiditäts-Koeffizienten des Auges“. Das Thema ist praktisch sehr wichtig, mir trotz aller Bemühungen aber immer noch nicht genau verständlich.
1968 bis 1981 war er Chefarzt der Augenklinik in Bremen,
1981 – 1994 Ordinarius in Hamburg.
1991, als Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, brachte er erstmals die Tagung der DOG in die neuen Bundesländer, und zwar nach Leipzig. Er belebte das Consilium diagnosticum. Bis heute ist es eines der am besten besuchten Veranstaltungen der DOG.
Seit 1995 ist er offiziell Emeritus aber natürlich weiterhin sehr aktiv.
2. Wissenschaftliches Werk: Dies ist dokumentiert in mehr als 500 Publikationen, zahlreichen Patenten, ungezählten Vorträgen in aller Welt.
Als Schwerpunkte erwähne ich nur folgende Themen: Handapplanations-Tonometrie auch im Sinne einer Selbsttonometrie durch handliche Messgeräte, die auch in der Raumfahrt und beim Selbstmonitoring von Patienten angewandt werden können. Davon abgeleitet ein Selbstdynamometer Ocuton D, wie auch eine quantitative Bestimmung der Hornhautsensibilität mittels der Ästhesiometrie der Hornhaut auf der Basis optico-elektronischer Sensitometrie.
Bahnbrechendes leistete er für die Mikrochirurgie der vorderen und hinteren Abschnitte des Auges, die uns heute selbstverständlich ist. Ich möchte nur erinnern an die Spaltlampenmontage am Mikroskop, die nicht nur die lamelläre refraktive korneale Chirurgie erleichterte, sowie die Fußbedienung verschiedener Funktionen (analog zum Orgelspielen).
Weiter: Praktische Flugmedizin sowie Clinical Aviation and Space Medicine, Geschichte der Perimetrie (mit Harsch): Optische Signale für moderne Verkehrsarten.
Funktionen: Langjährige Mitgliedschaft in der Verkehrskommission der DOG, Präsident der Vereinigung der Deutschen Flug- und Raumfahrt-Medizin (1993-1995) sowie der Internationalen Vereinigung Flug- und Raumfahrt-Medizin (1994),
Mitglied der Internationalen Academy der Astronautic, die sich mit dem „Fluid-Shift“ und dergleichen befasst.
Langjähriger Präsident der Sektion des Deutschen Instituts für Normen, - die Augenheilkunde betreffend - das sich vor allem mit intraokularen Implantaten und optischen Instrumenten bemüht.
Er war „Principal Investigator“ der Spacelab D1 und D2-Mission 1985 – 1993 sowie in Verbindung mit der NASA bei deren Astronauten-Programm sowie der Deutsch-Russischen MIR-Mission 1992.
Er ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften.
An Auszeichnungen hat es nicht gefehlt. Ich erwähne die Ehrenmitgliedschaften in der Italienischen und Schweizerischen sowie Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft. Der Martini-Preis bereits 1967 für das Hand-Applanations-Tonometer. Auszeichnungen der Internationalen Kontaktlinsen-Gesellschaft für das Aesthesiometer, 1980, Gold-Medaille der Universität Rom für korneale Mikrochirurgie und vieles andere mehr.
3. Persönlichkeit: Jörg Draeger ist schnell, einfallsreich, schlagfertig, immer anregend, nie langweilig. - Um einen seiner Lieblingsausdrücke zu benutzen: einfach sehr „pfiffig!“.
Hat die treffende Analyse der Schwächen von Abwesenden zu einer Kunst entwickelt. Seine Kommentare sind nur gelegentlich ätzend, nur ausnahmsweise sogar verletzend.
Keinesfalls ist er ein „Schattengewächs“. Altern ist ein Prozess der andere betrifft. Vor allem mir aber ein echter Freund seit den Anfangsphasen meiner Augenheilkunde - als fast alle an dem naiv verwirrten Exil-Sachsen – zusätzlich „verdorben“ durch eine USA Internship verzweifelten. Ich habe seinen ermunternden Beistand nie vergessen. Darüber hinaus kann er sich sogar über die Erfolge anderer echt erfreuen (z.B. Guernsey!).
Was bleibt als Fazit: Jörg Draeger hat als Pionier originelle Beiträge für die Augenheilkunde geleistet durch seine Faszination der Verbindung von Ingenieurs-Wissenschaften, Physik und Augenheilkunde. Es ist nicht klar, wer seinen Platz in der Augenheilkunde einnehmen wird, wenn er sich nicht um Dinge, wie die Eichung von Tonometern und dergleichen kümmert.
Ohne Zweifel hat er sich bleibende Verdienste für den Fortschritt der Augenheilkunde insbesondere der Tonometrie und Mikrochirurgie erworben. Er hat der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft weltweit Ansehen verschafft. Dafür schulden wir und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft ihm hohe Anerkennung und anhaltende Dankbarkeit.
Literatur:
Guthoff, R.: Jürg Draeger zum 65. Geburtstag, Klin Monatsbl Augenheilk 1994; 205: 249
|
|