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DOG Kongresse

DOG-Kongress Archiv 1996 - 2007
Themen der DOG-Kongresse 1967 - 2007



DOG Kongress Nachlese 2008
Karrierewege in der Hochschulmedizin – wie bleibt die Augenheilkunde attraktiv?

- Erfolgreicher 106. DOG Kongress mit Gründung der Stiftung Auge
- Eröffnungsveranstaltung
- Ehrungen
- Preisverleihungen

 
   

 

Erfolgreicher 106. DOG Kongress mit Gründung der Stiftung Auge

Mit insgesamt 4.650 Teilnehmern aus 54 Ländern ging am 21. September 2008 im Estrel Convention Center der 106. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) zu Ende. Vier Tage lang diskutierten Mediziner, Wissenschaftler und Vertreter von Patientenorganisationen die neuesten Entwicklungen in der Augenheilkunde.

Schwerpunkte des Kongresses waren unter anderem die ophthalmologische Bildgebung, neue Behandlungsansätze bei der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) und Innovationen in der Lasertherapie. Die Teilnehmer konnten sich zudem über aktuelle Forschungsergebnisse in der Gentherapie und den Einsatz von Netzhautchips bei erblindeten Menschen informieren. Das wissenschaftliche Programm umfasste insgesamt 937 Präsentationen. Eine Neuheit in diesem Jahr waren Keynote Lectures zu aktuellen Entwicklungen in der Ophthalmologie, in deren Rahmen auch translationale Forschungsergebnisse vorgestellt wurden.

Neben neuen Erkenntnissen in Wissenschaft und Forschung stand vor allem der Nutzen der Innovationen für den Patienten im Mittelpunkt des 106. DOG-Kongresses. „Sehqualität ist in großem Maße Lebensqualität. Neue Therapieansätze müssen deshalb immer auch danach beurteilt werden, welche Bedeutung sie für das Alltagsleben der Patienten haben“, erläuterte Professor Dr. med. Frank G. Holz, der als DOG-Präsident dem diesjährigen Kongress vorstand.

Die Patientensicht noch stärker in den Fokus zu rücken, war auch das Anliegen des Symposiums „Patientenorganisationen: Partnerschaft für Selbsthilfe, Versorgung und Wissenschaft“. Eva-Luise Köhler, Gattin des Bundespräsidenten und Schirmherrin der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen e.V. (ACHSE) eröffnete die Veranstaltung mit einem Gastvortrag. Mit Symposien zur AMD und erblichen Netzhauterkrankungen richtete sich der Kongress der DOG zudem erstmals gezielt an Betroffene und die interessierte Öffentlichkeit.

Weitere Höhepunkte des Kongresses waren eine politische Podiumsdiskussion zum Thema Nachwuchsförderung in der Augenheilkunde und die Vorstellung der neu gegründeten „Stiftung Auge“ der DOG. Das wissenschaftliche Programm wurde darüber hinaus von einer umfangreichen Industrieausstellung mit 2144 m² Ausstellungsfläche ergänzt. 91 Firmen präsentierten hier die neuesten technologischen Entwicklungen im Bereich der Ophthalmologie.


Eröffnungsveranstaltung


Prof. Dr. Holz

 

 

 

 

 

Festansprache
Prof. Frank Holz
Präsident der DOG

 

Zur Eröffnung des 106. DOG-Kongresses darf ich Sie herzlich willkommen heißen. Erneut kommen wir in Berlin zusammen – in der Stadt, in der der Gründungsvater unserer Fachgesellschaft Albrecht von Graefe viele Spuren hinterlassen hat. Hermann von Helmholtz beschrieb von Graefe einmal als – ich zitiere - "einen der wenigen Menschen, die im Gewühl der auftreibenden Praxis noch große Ideen verfolgen können".
Meine Damen und Herren, Ideen sind heute mehr denn je gefragt. Die DOG ebenso wie wir alle als Augenärzte und Augenärztinnen stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Kaum ein anderer Bereich unserer Gesellschaft ist derart im Wandel begriffen wie das Gesundheitswesen. 
Um nach dem Jubiläumsjahr unsere Ziele und Aufgaben zu fokussieren und die Zukunft der Ophthalmologie aktiv mit zu gestalten, haben wir in diesem Jahr eine Roadmap der DOG erarbeitet. Ich danke an dieser Stelle allen, die sich an der Erstellung der Roadmap beteiligt und ihre Ideen eingebracht haben. 
Erlauben Sie mir, nach einer Vorbemerkung nur drei Punkte daraus anzusprechen:

Gesundheitswesen – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Die Augenheilkunde im Jahr 2008 steht im Spannungsfeld zwischen medizinischem Fortschritt einerseits und wachsendem Kostendruck andererseits. Die rasanten Innovationen in Diagnostik und Therapie erlauben uns Erfolge in der Behandlung von Augenerkrankungen, die noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wären. Zunehmend spielen aber auch ökonomische Aspekte dabei eine Rolle.
Nach einer Roland-Berger-Studie zum Gesundheitsmarkt aus diesem Jahr werden die Ausgaben im Gesundheitswesen durch die demographische Entwicklung und den medizinischen Fortschritt trotz aller Reformmaßnahmen von heute 250 auf 500 Mrd. € im Jahr 2020 steigen.

Ein zentrales Versprechen der Politik lautet: Ehrlichkeit gegenüber dem Patienten. Herr Beske vom Institut für Gesundheits-System-Forschung bemerkt zu Recht, ehrlich wäre es, zu sagen, „mit begrenzten Mitteln können nicht unbegrenzt Leistungen erbracht werden“. 
Wie positionieren wir uns als Augenärzte und -ärztinnen in dem beschriebenen Spannungsfeld? Mir ist in diesem Zusammenhang ein altes chinesisches Sprichwort eingefallen: "Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." Ich bin überzeugt: Auch wenn sich eine Tendenz zur Staatsmedizin abzeichnet, die vielen von uns gegen den Strich geht: Mauern errichten hilft nicht. Es wird nicht ohne neue Geschäftsmodelle und Rollenverteilungen gehen. Schon jetzt verlassen innovative Krankenkassen, Ärzte und Krankenhäuser eingetretene Pfade und prägen den Gesundheitsmarkt mit unternehmerischem Denken.

Nachwuchs
Die Zukunftsfähigkeit des gesamten Gesundheitswesen, aber auch unseres Faches hängt von gut qualifiziertem Nachwuchs ab. Der Wettbewerb um die besten Köpfe in der Medizin ist in vollem Gange. Das Deutsche Ärzteblatt wird dicker und dicker – und zwar nicht, wie Sie wissen, aufgrund von wissenschaftlichen Beiträgen, sondern wegen der zunehmenden Zahl von Stellenanzeigen.
Die Qualität von Krankenversorgung, Lehre und Wissenschaft kann nur weiterentwickelt werden, wenn es gelingt, Nachwuchs für unser Fach zu begeistern. Inadäquate Vergütung für hochqualifizierte Leistungen, Arbeitsverdichtung und überbordende Bürokratie sind nur drei der Gründe, die junge Mediziner veranlassen, der medizinischen Versorgung den Rücken zu kehren. Viele suchen mittlerweile ihr Glück im Ausland, bei Beraterfirmen, der Industrie oder medizinischen Diensten der Kassen.
Was können und müssen wir tun, um diesen Trend wieder umzukehren?
Schon heute sind knapp 70 % aller medizinischen Studienanfänger weiblich. Wenn wir das Potenzial an hochqualifizierten Frauen - und auch Männern - nicht verlieren wollen, dann brauchen wir eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier sind die Krankenhausträger gefordert, entsprechende Bedingungen zu schaffen.
Zweitens: Die DOG muss sich gegenüber Entscheidungsträgern für sinnvolle Besoldungsstrukturen einsetzen und so darauf hinwirken, dass Nachwuchswissenschaftlicher an Universitätsklinika nicht benachteiligt und demotiviert werden. Hier ist die Politik gefordert, eine leistungsgerechte Vergütung sicherzustellen. Das jetzige Tarifchaos jedenfalls sorgt für eine Benachteiligung von Ärzten in der Forschung.
Was die Arbeitsverdichtung angeht, sind wir in der Ophthalmologie aufgrund des demographischen Wandels besonders betroffen. Wir als Augenärzte werden bis zum Jahr 2030 voraussichtlich 50 Prozent mehr Patienten zu versorgen haben. Gleichzeitig steigt die Erwartung an die Qualität der Prozesse – aber das alles bitte zum Nulltarif. Besonders bedenklich sind dann die Personalkürzungen in zumeist profitabel arbeitenden Augen-Abteilungen.
Meine Damen und Herren, das Thema Nachwuchs hat aus meiner Sicht absolute Priorität. Wir haben darum in der Roadmap eine Nachwuchskampagne vorgesehen. Hierzu zählt auch ein zu diesem Kongress freigeschaltetes, neues DOG-Internetportal speziell für den Nachwuchs und für Medizinstudenten und -studentinnen. Ich möchte an dieser Stelle besonders die jüngeren Kongressteilnehmer einladen, ihre Ideen und Anliegen aktiv in die Diskussionen um die Zukunft unserer Gesellschaft einzubringen. 
In der Podiumsdiskussion werden wir dieses wichtige Thema weiter vertiefen. Ich freue mich sehr, dass wir Gundula Gause wieder als Moderatorin für unsere Podiumsdiskussion gewinnen konnten. Frau Gause, wir haben übrigens etwas gemeinsam: "Mit uns sieht man besser", wenn ich den ZDF-Werbeslogan zitieren darf. Ich darf Sie herzlich auf unserem Kongress willkommen heißen. 

Ophthalmologische Forschung
Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen, die ophthalmologische Forschung besitzt enormes Potenzial. Das haben vielfältige Erfolge gerade in den letzten Jahren eindrucksvoll belegt. Doch auch hier stehen wir vor Herausforderungen. Mit diesen hat sich Herr Pfeiffer mit seinen Mitarbeitern im „Weißbuch zur Situation der ophthalmologischen Forschung in Deutschland“ eingehend beschäftigt, das ich Ihnen zur Lektüre empfehlen darf. Weißbuch und Roadmap liegen für Sie am Counter bereit.
Was können wir seitens der DOG unternehmen, dass die Bedingungen für die Sehforschung verbessert werden.
Als wenige Beispiele seien nur genannt

  • die Erhöhung des Gesamtumfangs der finanziellen Förderung,
  • mehr projektbezogene und nachwuchsorientierte Förderung als Anschubfinanzierung für spätere Drittmitteleinwerbung,
  • die Einrichtung von DOG-Forschungsstipendien, um Assistenzärztinnen und Ärzte für ein Jahr aus der Krankenversorgung befreien zu können
  • und die Einrichtung von Forschungsprofessuren an den Augenkliniken.

Der besseren Vernetzung international soll das ebenfalls zum Kongress freigeschaltete, neue Portal "The Gateway to Vision Research" unter Federführung von Herrn Wheeler-Schilling aus Tübingen dienen. Dieses "Tor der Sehforschung" unterstützt von der europäischen Union wird auch das Potenzial der mannigfachen Forschungsansätze darstellen und der Sehforschung in Europa ein einprägsames und nachhaltiges Erscheinungsbild verleihen.
Ohne Forschung kein Fortschritt: In seinem Buch "The Joy of Science", beschreibt der Amerikaner Richard Lockshin die Freude, etwas Neues zu entdecken und die Neugier zu wissen, wie etwas funktioniert. Hinzu kommt für uns die Aussicht, dazu beizutragen, dass die Lebensqualität von Patienten verbessert wird.
Denn bei allen Fortschritten in unserem Fach muss der Nutzen für den Patienten in den Mittelpunkt gerückt werden. Dies ist gerade bei der Bewertung neuer Therapien von zentraler Bedeutung. Solche Daten mit "patient reported outcomes" können wir in der Ophthalmologie und müssen wir auch erheben, um Kassen und politische Entscheidungsträger zu überzeugen.

Patientenorganisationen
Dass uns die Sicht der Patienten wichtig ist, wollen wir bei diesem Kongress dadurch unterstreichen, dass wir Patientenorganisationen als Partner auf Augenhöhe enger als je zuvor mit einbeziehen. Die Unterstützung Betroffener durch andere Betroffene in unserem Gesundheitssystem kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Gleichzeitig tragen Patientenorganisationen dazu bei, gesundheitspolitische Institutionen, Behörden und die gesamte Öffentlichkeit für Aspekte der patientenorientierten Versorgung zu sensibilisieren. Weiterhin engagieren sie sich auch in wachsendem Umfang für die Forschungsförderung.
Es ist uns eine große Ehre, dass Frau Eva-Luise Köhler im Rahmen des Symposiums Patientenorganisationen – Partnerschaft für Selbsthilfe, Versorgung und Wissenschaft auf die Rolle von Patientenorganisationen in unserem Gesundheitssystem eingehen und gleichzeitig als Schirmherrin der Allianz chronisch seltener Erkrankungen (ACHSE) sprechen wird.

DOG-Stiftung
Meine Damen und Herren,
wie gelingt es uns, die besten Köpfe und die besten Ideen in der Augenheilkunde zu fördern? Wie können wir anstiften zu Kreativität, zu wissenschaftlicher Exzellenz zum Nutzen der Patienten und Patientinnen? Die DOG hat sich entschieden, die „Stiftung Auge“ zu gründen, um ihre Aktivitäten als Fachgesellschaft auszudehnen und zu vertiefen. Mit der DOG-Stiftung verfolgen wir ein wichtiges Ziel: Gezielte Forschungsförderung soll helfen, Erblindung und schwere Seheinschränkung zu vermeiden. Außerdem setzt sich die Stiftung für die Aufklärung und Ausbildung von Augenärzten ein. Perspektivisch soll auch die Einrichtung von Stiftungslehrstühlen ermöglicht werden – insbesondere, um bestimmte Subspezialitäten in der Augenheilkunde nachhaltig zu fördern.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass dieses Projekt in so kurzer Zeit realisiert werden konnte. Mein Dank gilt  insbesondere dem Geschäftsführenden Präsidium und Herrn Dr. Gass. Die DOG selbst wird die Stiftung mit einem Grundkapital ausstatten, und es konnten erfreulicherweise schon mehrere substantielle Zustiftungen gewonnen werden. Hierfür möchte ich den Industriepartnern von Herzen danken.
Doch auch jeder von Ihnen kann sich gerne daran beteiligen und selbst einen Beitrag leisten! Etwas, was bei den Mitgliedern der American Academy schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist! Ich darf Sie bereits jetzt sehr herzlich zur offiziellen Inauguration der Stiftung im Rahmen des Festabends am Samstag in der axica am Pariser Platz einladen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, der DOG-Kongress hat sich zu einem Forum für Innovation und neue Ideen und damit zu einer Kommunikationsplattform entwickelt, die von vielen Gruppen, Subspezialitäten, Organisationen und der Industrie genutzt wird. Wir stehen damit in der ebenso ehrenvollen wie verpflichtenden Tradition unserer Gründungsväter, allen voran Albrecht von Graefe. Ich wünsche, Sie können nach diesen Tagen mit neuen Ideen und voller Tatendrang in Ihre Kliniken und Praxen zurückkehren.
Uns allen wünsche ich spannende und schöne Tage in dieser faszinierenden Stadt - und neben dem regen wissenschaftlichen Austausch Gelegenheiten zu vielen menschlichen Begegnungen.

Prof. Dr. Bertram

 

 

 

 

Grußwort
Prof. Bertram

 

Sehr beeindruckend finde ich das Kongressprogramm, wenn man reinguckt, es gibt ganz viele neue Erkenntnisse und die lassen uns auch in der Zukunft viele neue Dinge erwarten. Wir können mittlerweile in fast allen Krankheiten, die häufig zur Erblindung oder zum schlechten Sehen führen mit Diagnostik und Therapie sehr viel für die Patienten erreichen. Bei der Katarakt, beim Glaukom, bei der Diabetischen Retinopathie und neuerdings auch noch viel besser bei der AMD. Aber was nützen uns die tollsten medizinischen Erkenntnisse, wenn wir sie nicht bei der Patientenversorgung anwenden können, weil die Rahmenbedingungen und die Finanzierung nicht stimmen. In dem stationären Bereich ist es noch einfacher, hier gilt der Verbortsvorbehalt, alles was der Bundesausschuss nicht verbietet, darf gemacht werden. Ob es immer adäquat finanziert wird, sei dahingestellt. Beim ambulanten Bereich sieht es anders aus. Hier muss bei sämtlichen neuen Leistungen und die Augenheilkunde ist eben ein sehr innovatives Fach, alles erlaubt werden vom Bundesausschuss ehe es von der Kasse erstattet wird. Und hier ist unter dem Diktat der schmalen Kassen doch die Hürde sehr, sehr hoch gehängt und wir müssen dafür Studien vorlegen. Bei Medikamenten geht das noch so halbwegs, weil die Zulassungsstudien oft anerkannt werden. Aber bei der Gerätediagnostik vor allem ist dies ein Riesenproblem. Es mussten Patienten-definierte Eckpunkte mit großer Immanenz nachgewiesen werden, damit so etwas Kassenleistung wird und das ist kaum machbar. Zum Beispiel beim OCT müsste dann nachgewiesen werden, dass die Rate der Erblindungen über Jahre hin zurückgeht, nur weil ich das OCT gemacht habe. Ansonsten hat man kaum eine Chance, etwas in die Kassenleistung zu bekommen. Außerdem werden dann noch zum Teil andere höhere Kriterien besetzt. Wir haben das leidvoll erfahren müssen, wie man abblitzt, wenn man die Rahmenbedingungen regeln will und v.a. die Kostenübernahme beim Glaukomscreening, was abgelehnt wurde oder letztens noch das Kinderamblyopiescreening. Letztlich sind das Kostengründe in aller Regel, offen spricht das aber keiner so richtig aus. Nichtsdestotrotz wollen wir medizinischen Fortschritt unseren Patienten bieten und der BVA ist hier gefordert, für die Rahmenbedingungen zu kämpfen. Die DOG kämpft dafür, dass die Wissenschaft weiter vorankommt, fördert sie und wir haben die neuen Erkenntnisse, aber der BVA muss sich letztlich um die Rahmenbedingungen kümmern, damit wir im augenärztlichen Alltag das auch zum Wohle unserer Patienten erbringen können und auch vor unsinniger Bürokratie bewahrt werden und die richtigen Möglichkeiten haben, das umzusetzen. Wir arbeiten hier mit DOG und BVA sehr zusammen und das klappt sehr gut und wir treten auch nach außen hin recht geschlossen auf und konnten dadurch für die Augenärzte doch einiges erreichen. Abschließend wollte ich gern noch etwas sagen zu dem Thema der diesjährigen Tagung, was mir sehr gut gefällt. Perspektiven der Augenheilkunde, Innovationen für mehr Lebensqualität. Das beleuchtet einen sehr wichtigen Aspekt, der oft vergessen wird. Die Augenheilkunde ist kein Selbstzweck, sie muss außer der wissenschaftlichen Fragestellung aber immer im Auge behalten, wie sie dem Patienten nützen kann. Wir dürfen nicht diagnostizieren und therapieren, nur weil das irgendwie die Krankheit bessert, wir müssen immer den Patienten im Auge behalten, was nützt das dem einzelnen Patienten in seinem Alltag, kann er besser sehen, kann er besser umgehen und sitzt nicht dauernd in einer Arztpraxis zum Beispiel herum, weil immer mehr Diagnostik vorangetrieben wird. Dieser Aspekt ist schon uralt, aber vielleicht gerade durch die Themensetzung werden wir bei dem Kongress das noch mehr im Hintergrund behalten und ich kann nur alle aufrufen, morgen um zehn Uhr findet ein Symposium statt zu dem Thema hier in dem gleichen Saal. Ich möchte Prof. Holz und der Programmkommission danken für die Zusammenstellung des sehr interessanten Programms und wünsche allen Teilnehmern eine interessante Tagung.


Prof. Dr. Lang

 

 

 

 

Grußwort
Prof. Gerhard K. Lang
Kongresspräsident Weltkongress

 

Zum Abschluss des Weltkongresses in Hong Kong haben uns die chinesischen Freunde in einer Zeremonie eine Fahne als Zeichen der Übergabe der Verantwortung überreicht. Der nächste World Ophthalmology Congress findet in 20 Monaten im Juni 2010 hier in Berlin statt. Wir, die deutschen Augenärzte werden dann die Gastgeber für die Augenärzte aus aller Welt sein. Die Welt zu Gast bei Freunden. Das Organisationskomitee arbeitet seit mehreren Jahren intensiv an Gestaltung, Ablauf und Finanzierung dieses Kongresses. Und wir freuen uns darauf, nach 1888 in Heidelberg und 1966 in München, jetzt 2010 in Berlin, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands, den dritten deutschen Weltkongress für Augenheilkunde zu einem Erfolg und zu einem bleibenden Erlebnis für uns alle zu machen. Bitte helfen Sie mit und fühlen Sie sich auch persönlich als Gastgeber, wenn wir 2010 Besuch von Augenärzten aus aller Welt bekommen. Die beste Reklame sind und bleiben aber erfolgreiche und exzellent organisierte und vorbereitete Kongresse, wie dieser hier. Dafür gebührt Prof. Holz unser Dank.