97. Jahrestagung der DOG 1999

V 336

ZUSAMMENHANG ZWISCHEN ZENTRALER HORNHAUTDICKE, APPLANATIONSTONOMETRIE UND DIREKT BESTIMMTEN INTRA-OKULAREN DRUCKWERTEN

N. Feltgen, D. Asbeck, J. Funk


Hintergrund: Verschiedene Studien fanden eine Korrelation zwischen applanatorisch gemessenem intraokularem Druck und zentraler Hornhautdicke. Die Autoren folgerten, daß die Applanationstonometrie in Augen mit dünner Hornhaut (Werte zu niedrig) oder dicker Hornhaut (Werte zu hoch) falsche Meßwerte ergibt. Als Konsequenz daraus wurden Umrechnungsfaktoren gefordert. Um diese Hypothese zu überprüfen, haben wir die Werte der Applanationstonometrie mit denen der direkten intraokularen Druckmessung verglichen.

Methodik: Untersucht wurden 58 Patienten bei denen ein intraokularer Eingriff geplant war. Direkt vor der Operation bestimmten wir folgende Parameter: 1) Zentrale Hornhautdicke (CCT, mit Ultraschall-Pachymeter), 2) applanatorischer Augendruck (IOPappl, mit Perkins Tonometer und Mentor Tonopen) und 3) direkt gemessener Augendruck (IOPdir, mit einem invasiven Blutdruckmonitor (Cardiocap II), mit speziell entwickelter intraokularer Kanüle und Druckmeßkammer).

Ergebnisse: Wir fanden einen Anstieg des applanatorischen Augendruckes bei zunehmender Hornhautdicke (y=6,7x+13,7; wobei y=IOPappl [mmHg] und x=CCT [mm] ist). Ebenso fanden wir aber auch einen vergleichbaren Anstieg des direkt bestimmten Augendruckes bei zunehmender Hornhautdicke (y=7,8x+14,4; wobei y=IOPdir [mmHg] und x=CCT [mm] ist). Die Hornhautdicke selbst hat keinen Einfluß auf die Differenz (IOPappl - IOPdir) der zwei Meßmethoden (y=0,61x+0,55).

Beurteilung: Die Differenz zwischen applanatorisch und direkt bestimmten Augendruck wird im angegebenen Meßbereich nicht durch die Hornhautdicke beeinflußt. Es ist deshalb unwahrscheinlich, daß applanatorische Druckwerte bei Patienten mit dicker Hornhaut ein Artefakt sind. Es ist somit auch nicht sinnvoll den Augendruck mittels Umrechnungsfaktoren zu verändern. In Zweifelsfällen empfehlen wir eine Druckwertbestimmung mittels intraokularer Drucksonde.

Univ.-Augenklinik, Kilianstraße 5, 79106 Freiburg


Zurück