Programm & Abstracts                 "Innovationen in der Augenheilkunde"

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Die Müllerzelle – ein unterschätzter Mitspieler bei Netzhauterkrankungen

1Bringmann A., 2Reichenbach A., 3Wiedemann P.,
1Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde (Leipzig)
2Universität Leipzig, Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung (Leipzig)
3Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde (Leipzig)

Der häufig in Lehrbüchern zu findende Ausdruck „Müllersche Stützzelle“ kennzeichnet die wichtigste Funktion, die man in der Vergangenheit den Müllerschen Gliazellen zugeschrieben hat: eine passive mechanische Stützfunktion für das retinale Gewebe. Im Gegensatz zu dieser Sichtweise haben Forschungen in den letzten 20 Jahren gezeigt, daß sich Müllerzellen aktiv an der neuronalen Informationsverarbeitung in der gesunden Retina beteiligen und daß pathologisch aktivierte Müllerzellen entscheident zum Verlauf von Netzhauterkrankungen beitragen können. In Abhängigkeit vom Typ der Netzhauterkrankung können Müllerzellen die neuronale Degeneration in der Retina verstärken oder abschwächen. Aktivierte Müllerzellen verlangsamen die Degeneration von Photorezeptor- und Ganglienzellen über eine Ausschüttung neurotropher Faktoren, besonders von bFGF. Der Schädigung von Neuronen durch reaktive Sauerstoffradikale (ein pathologischer Faktor bei verschiedenen Netzhauterkrankungen) wird durch einen schnellen Transfer von reduzierend wirkendem Glutathion von den Müllerzellen zu den Neuronen begegnet. Andererseits verstärkt eine verminderte Glutamat-Aufnahme durch die Müllerzellen (wie sie bei einem Glaukom oder bei retinaler Ischämie beobachtet wird) die Glutamat-Exzitotoxizität, die bei verschiedenen Netzhauterkrankungen zum Absterben von Neuronen beiträgt. Die Bildung von Glianarben durch hypertrophierende und proliferierende Müllerzellen (morphologisch ausgeprägt z.B. als subretinale Fibrose) verhindert eine Regeneration der Struktur der Retina. Müllerzellen sind beteiligt an der Öffnung der Blut-Retina-Schranke bei Netzhauterkrankungen und regulieren wahrscheinlich die retinale Neovaskularisierung mit. In Zukunft könnten Müllerzellen eine große Bedeutung erlangen für Gentherapien von Netzhauterkrankungen, da sie (im Gegensatz zu Neuronen) vielfältige pathologische Umstände überleben und da mit viralen Vektoren übertragene Gene vor allem durch Müllerzellen aufgenommen werden.

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