Kurznachrichten

Studie zur Früherkennung der neovaskulären AMD: OCT am effektivsten

Nachdem sich erstmalig eine neovaskuläre AMD (nAMD) an einem Auge gezeigt hat, besteht ein hohes Risiko, dass auch am zweiten Auge eine nAMD entsteht. In einer in Clinical Science publizierten Studie gehen die Autoren jetzt der Frage nach, mit welchen Tests das Auftreten einer nAMD am zweiten Auge am effektivsten frühzeitig zu erkennen ist. Die Forscherinnen und Forscher prüften dabei fünf Möglichkeiten: Selbstprüfung der Sehschärfe, Amsler-Test, Veränderung der klinisch gemessenen Sehschärfe, Fundusuntersuchung und optische Kohärenztomografie (OCT). In der Studie modellierten die Autorinnen und Autoren die Quality-adjusted life-years (QALY) und die Gesundheitskosten über einen zeitlichen Horizont von 25 Jahren. Im Ergebnis stellte sich die OCT hinsichtlich der QALYs und der langfristigen Kosten als effektivster Test noch vor einer Fundusuntersuchung und dem Amsler-Test dar.Details

Erlanger Augenärzte heilen erstmals Long-Covid-Patienten

Mitte Mai 2021 ist es einem Ärzteteam der Augenklinik des Universitätsklinikums Erlangen um dessen Dirketor Professor Dr. Friedrich E. Kruse und PD Dr. Dr. Bettina Hohberger erstmals gelungen, einen Long-Covid-Patienten mithilfe eines Herzmedikaments mit dem Wirkstoff BC 007 erfolgreich zu behandeln. Nach einer COVID-19-Erkrankung zirkulieren spezielle Autoantikörper im Blut, welche sich gegen den eigenen Organismus richten. Diese können die Durchblutung beeinträchtigen. „Wir kennen einen dieser Autoantikörper bereits von der Glaukom-Erkrankung und wissen von seiner schlechten Wirkung auf die Augendurchblutung“, erläutert Hohberger. Die Augenärztin kannte ein Präparat, dessen Wirkstoff diese schädlichen Autoantikörper funktionell inaktiviert. „BC 007 neutralisiert die schädlichen Autoantikörper, und die retinale Mikrozirkulation verbessert sich – also die Durchblutung in den feinsten Blutgefäßen des Auges. Das können wir mithilfe der Optischen Kohärenztomografie-Angiografie, der OCT-A, nachweisen. Außerdem haben die klinischen Long-COVID-Symptome bei beiden Behandelten abgenommen“, bestätigt die Augenärztin. Details

DOG unterstützt Forderungen des Deutschen Ärztinnenbunds zum Mutterschutz

Die DOG unterstützt die Forderungen des Deutschen Ärztinnenbundes zur Regelung des Mutterschutzes in der Medizin. Eine zentrale Forderung ist, dass der Ausschuss für Mutterschutz die erforderlichen Regeln und Handlungshilfen für die Praxis nun zügig konkretisieren muss. Das 2018 novellierte Mutterschutzgesetzes führe statt zu einem diskriminierungsfrei gestalteten Mutterschutz zu einer noch häufigeren Verhängung von Beschäftigungsverboten. In einem Schreiben an die Politik weist der Ärztinnenbund darauf hin, dass die aktuellen Regelungen schwangere, stillende und jüngst entbundene Frauen an ihrem Arbeitsplatz im Gesundheitswesen in ihrer Berufsausübung behindern und ihre Karrierechancen mindern. In einer Umfrage des Ärztinnenbundes äußerten 43 Prozent der Befragten Bedenken, ihre Schwangerschaft dem Arbeitgeber zu melden. Details

EDEMAS-Studie zeigt fehlenden Nutzen hyperosmolarer Augentropfen bei Hornhautödem durch Fuchs-Endotheldystrophie

Hyperosmolare Augentropfen werden seit vielen Jahren von Patient*innen mit Hornhautödemen verwendet und sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich – bislang ohne dass ihre Wirksamkeit bisher in Studien am Menschen untersucht wurde. In der randomisiert-kontrollierten doppelt-verblindeten EDEMAS-Studie untersuchte PD Dr. med. Katrin Wacker (Freiburg), ob diese Augentropfen überhaupt einen Effekt auf das morgendliche Hornhautödem bei Patient*innen mit fortgeschrittener Fuchs-Endotheldystrophie haben. Die DOG hat dieses Projekt mit einem Doktorandenstipendium gefördert.
Die Studienteilnehmer*innen mit stromalem Hornhautödem erhielten direkt nach dem Aufwachen hyperosmolare Augentropfen in das eine Auge und Tränenersatzmittel als Placebo in das andere Auge. Das morgendliche Hornhautödem ging in der Placebogruppe in den ersten Stunden nach dem Augenöffnen zurück. Ein zusätzlicher Effekt der salzhaltigen, hyperosmolaren Augentropfen auf die Ödemabnahme konnte ausgeschlossen werden. Auch hatten die hyperosmolaren Augentropfen keinen klinisch relevanten Nutzen für Sehschärfe, Blendung oder subjektive Sehfunktion. Nebenwirkungen der Salztropfen, wie Brennen am Auge, waren generell mild – jedoch traten sie bei etwa der Hälfte der Teilnehmenden auf.
Hyperosmolare Augentropfen sind somit in der klinischen Routine bei Patient*innen mit Fuchs-Endotheldystrophie zur konservativen Therapie des morgendlichen Hornhautödems oder vor Endotheltransplantation nicht zu empfehlen. Die Studie ist Anfang April in Ophthalmology erschienen. Details

Behandlung von schwersten Bindehautschäden: Studie findet neue Methode für die Entwicklung einer künstlichen Bindehaut

Im gesunden Zustand besitzt die Bindehaut des Auges Mechanismen, um leichte Verletzungen oder Irritationen zu reparieren. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Stamm- und die sogenannten Becherzellen. Schwerere Verletzungen oder Erkrankungen der Bindehaut (wie z. B. das Schleimhautpemphigoid, Stevens-Johnson-Syndrom oder Graft-versus-Host-Disease) können diese Selbstheilungsmechanismen schwächen oder vollständig zum Erliegen bringen. Damit verbunden ist oft eine Eintrübung der Hornhaut, des „klaren Fensters des Auges“, sodass es zur Erblindung kommt. Eine Hornhauttransplantation ist ohne weitestgehend gesunde Bindehaut jedoch nicht möglich. Eine künstliche Bindehaut gibt es bislang nicht. Auf der Suche nach geeigneten Methoden zur Rekonstruktion der Bindehaut ist es einem Team der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf um Dr. rer. nat. Joana Witt und Priv.-Doz. Dr. Dr. Kristina Spaniol gelungen, eine künstliche Bindehaut zu entwickeln. Als Basis wurde Bindehautgewebe vom Schwein dezellularisiert (von Zellen befreit) und anschließend mit menschlichen Stammzellen wieder besiedelt. In diesem Konstrukt überlebten nicht nur die Stammzellen, sondern entstanden auch neue Becherzellen, wie in einer gesunden menschlichen Bindehaut. Sowohl in vitro als auch nach Transplantation in vivo zeigte diese Methode vielversprechende Ergebnisse und war dabei herkömmlichen Spendergeweben (wie z. B. der Amnionmembran) überlegen. Aus ihren Erkenntnissen ergeben sich neue Behandlungsmethoden für Patientinnen und Patienten mit umfassenden Schädigungen der Bindehaut, urteilen die Autoren. Die Studie ist im Oktober 2020 in The Ocular Surface erschienen. Details

Resolution der UN „Vision für alle“

Die Internationale Gemeinschaft verpflichtet sich, bis 2030 die Augengesundheit von 1,1 Milliarden Menschen mit vermeidbarem Sehverlust zu verbessern. Das hat die Generalvollversammlung der Vereinten Nationen in der Resolution „Vision für alle: Beschleunigung der Maßnahmen zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung“ festgehalten. Die Resolution ist die erste von den Vereinten Nationen verabschiedete Vereinbarung zur Bekämpfung des vermeidbaren Sehkraftverlusts und verankert die Augengesundheit als Teil der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Hier finden Sie weitere Informationen. Details