Galerie der Preisträger 2023 – Preise

Best-Abstract-Preis der AG Young DOG

gestiftet von Margarete Kramer

Jurymitglieder

PD Dr. Dr. Bettina Hohberger (Erlangen, Vorsitzende)
Maximilian Hamann (Hannover)
Dr. Antonia Howaldt (Köln)
Dr. Sven Schnichels (Tübingen)

Šejla Gegić
(Köln)

Titel des Abstracts:
Tyrosinase reduces expression of vascular growth factors and improves graft survival

Laudatio

Die Arbeitsgemeinschaft Young DOG verleiht jährlich einen Preis für das beste zum Kongress eingereichte Abstract. Mit diesem Preis sollen herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Augenärzte und Wissenschaftler aus dem gesamten Gebiet der Augenheilkunde gewürdigt werden.

In diesem Jahr wird

Šejla Gegić (Köln)

für ihr Abstract

Tyrosinase reduces expression of vascular growth factors and improves graft survival

ausgezeichnet.

Deutscher Förderpreis für Augenheilkunde

gestiftet von der Bayer Vital GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg, Vorsitzender)
Prof. Dr. Thomas Langmann (Köln, Vorsitzender)
Prof. Dr. Nicolas Feltgen (Göttingen)
Prof. Dr. Antonia Joussen (Berlin)
Prof. Dr. Christian Mardin (Erlangen)
Prof. Dr. Andreas Stahl (Greifswald)

Grußwort

Dr. Paula Scholz, FEBO, Leiterin medizinische Fachabteilung Ophthalmologie, Neurologie & Immunologie, Bayer Vital GmbH

Seit Jahren verfolgt Bayer Vital unter anderem mit dem Deutschen Förderprogramm für Augenheilkunde das Ziel, das therapeutische Spektrum für Patient*innen mit schwerwiegenden Augenerkrankungen zu erweitern und zu verbessern.

In diesem Jahr unterstützt unser Unternehmen ein interessantes Forschungsprojekt zur Prognostik diabetischer Retinopathien.

Wir gratulieren Frau PD Dr. Felicitas Bucher herzlich zur Auszeichnung und bedanken uns für ihr Engagement zugunsten einer besseren klinischen Versorgung im Bereich der Ophthalmologie.

Für Ihre wissenschaftlichen Arbeiten wünschen wir gutes Gelingen und freuen uns sehr auf die Ergebnisse.

PD Dr. Felicitas Bucher
(Freiburg)



Laudatio

Im mittlerweile 9. Jahr unterstützt das Unternehmen Bayer mit dem Deutschen Förderprogramm für Augenheilkunde ausgewählte Forschungsprojekte im Bereich der Ophthalmologie. Wir freuen uns sehr, Ihnen im Rahmen der DOG 2023 die Fördersummenempfängerin für das Jahr 2023 vorstellen zu dürfen.

Frau PD Dr. Felicitas Bucher aus der Klinik für Augenheilkunde im Universitätsklinikum Freiburg hat die Expertenkommission mit ihrem Projektantrag „Extrazelluläre Vesikel im Blutplasma als prognostische Marker für die diabetische Retinopathie“ überzeugt.

Insbesondere der moderne Ansatz und die Relevanz für die klinische Versorgung wurden von der Kommission wertgeschätzt. Die Erkrankung ist eine der Hauptursachen der Sehverschlechterung im Rahmen des Diabetes mellitus. Die Möglichkeit, mit Hilfe von Biomarkern Risikopatienten zu identifizieren, würde maßgeblich zur Verbesserung der Patientenversorgung beitragen.

Unser Glückwunsch geht an Frau PD Dr. Bucher, der wir viel Erfolg mit ihrem Forschungsprojekt wünschen. 

Forschungspreis der Deutschen Maculastiftung

gestiftet von der Deutschen Maculastiftung

Dr. Steffen E. Künzel



Laudatio

Herr Prof. G. Richard

Im Namen der Deutschen Maculastiftung darf ich den Forschungspreis 2023 an Herrn Dr. med. Steffen E. Künzel verleihen. Die Deutsche Maculastiftung verleiht den Preis in diesem Jahr zum vierten Mal.

Erkrankungen der Macula sind eine Volkskrankheit. Viele hunderttausend Menschen sind erkrankt und in ihrer Sehfähigkeit eingeschränkt. Die Altersbedingte Maculadegeneration kann in fortgeschrittenen Stadien zu schweren Einschränkungen des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen. Das Diabetische Makulaödem ist eine Folge der Zuckerkrankheit und die führende Erblindungsursache im mittleren Erwachsenenalter. Maculaerkrankungen haben somit schwerwiegende Folgen für die Lebensqualität und Lebensplanung der Betroffenen. Trotz ihrer weiten Verbreitung sind die Erkrankungen kaum im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Es ist an der Zeit, dies zu ändern, denn nur mit ausreichender gesellschaftlicher Unterstützung kann Forschung an Maculaerkrankungen eine ausreichend hohe Priorität und Finanzierung bekommen.

Herr Dr. Künzel ist Arzt und absolviert gerade seine Weiterbildung zum Facharzt für Augenheilkunde. Zuvor hat er ein Jahr bei Prof. Dr. Anne Eichmann am Cardiovascular Research Center der renommierten Yale University in New Haven, Connecticut, USA, geforscht. Hier hat Herr Dr. Künzel komplexe bioinformatische Methoden erlernt, die er heute in der Augenheilkunde anwendet. Herr Künzel ist Autor und Co-Autor von mehreren Publikationen in teilweise sehr angesehenen Journalen. Neben seiner akademischen Tätigkeit ist Herr Dr. Künzel vielfältig gesellschaftlich engagiert.
In der hier ausgezeichneten Arbeit hat Herr Künzel eine Kohorte von Menschen eingehend untersucht, die wegen einer neovaskulären altersbedingten Maculadegeneration mit VEGF-Inhibitoren behandelt werden. Er hat mittels aufwändiger bioinformatischer Methoden das Proteom im Blut analysiert. Er konnte mit Maschine Learning Methoden Assoziationen des Phänotyps am Auge mit Proteinen im Blut aufdecken. Herr Dr. Künzel nähert sich der AMD mit seiner Arbeit von einer Seite, die im Mainstream der Forschung eine nachgeordnete Rolle spielt. Zwar sind genetische Risikofaktoren für die AMD bekannt. Darüber hinaus betrachten die meisten Studien das Auge als ein sich geschlossenes System. Der mit diesem Ansatz erzielte wissenschaftliche Fortschritt war in den letzten Jahren nur inkrementell. Mit seiner Arbeit unterbreitet Herr Künzel Vorschläge für eine Neubetrachtung von Krankheitsmechanismen der AMD. Damit könnte der Weg für neue Therapieansätze bereitet werden. Die Deutsche Macualstiftung möchte diese unkonventionelle und innovative Herangehensweise würdigen und der mit der Verleihung des diesjährigen Preises Sichtbarkeit verschaffen.

Der Vorstand und der wissenschaftliche Beirat der Deutschen Maculastiftung gratulieren Herrn Dr. Künzel sehr herzlich und überreichen ihm Forschungspreis 2023.

DOG-Glaukomforschungspreis

gestiftet von der Santen GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Verena Prokosch (Köln, Vorsitzende mit Stimmenhaltung)
Dr. Christian Karl Brinkmann (Neubrandenburg)
Prof. Dr. Stephanie Joachim (Bochum)
Prof. Dr. Marcus Knorr (Krefeld)
Dr. Alexander Scheuerle (Heidelberg)

Grußwort

Jörg Trampenau, Director Sales, Santen GmbH

Die Firma Santen ist ein traditionsbewusster und auf Forschung ausgerichteter internationaler Konzern, der seit über 130 Jahren in der Augenheilkunde spezialisiert ist. Santen ist es auch in diesem Jahr wieder sehr wichtig – wie auch schon in den Jahren zuvor, – junge und kreative Forscher zu inspirieren und vor allem auch zu fördern.

Daher freuen wir uns, auch im Namen unseres Präsidenten (CEO) Takeshi Ito, in diesem Jahr erneut den Glaukom-Forschungspreis der DOG mit einem Preisgeld von 5.000 € unterstützen zu können.

Wir gratulieren Frau Dr. Jasmin Rezapour & Herrn Jeff Kristian Nzogang Fomo ganz herzlich für ihre hervorragende Forschungsarbeit.

Santen ist es ein großes Anliegen, Forschungsarbeit zu unterstützen und kontinuierlich an neuen und innovativen Therapieansätzen im Bereich des Glaukoms und der gesamten Augenheilkunde zu arbeiten.

So wünschen wir Frau Dr. Rezapour & Herr Nzogang Fomo für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und sind gespannt auf ihre nächsten interessanten Forschungsergebnisse.

Herzlichen Dank und allen Forschern viel Erfolg!


Jeff Kristian Nzogang Fomo
(Mainz)

Titel der Arbeit:
Untersuchungen des retinalen Proteoms und eines neuen Therapieansatzes in Glaukommodellen

Laudatio

Prof. Dr. Verena Prokosch, Juryvorsitzende

Es ist mir eine Ehre, den Glaukomforschungspreis der DOG, gestiftet von der Firma Santen GmbH, München, für das Jahr 2023 an zwei ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftler jeweils hälftig zu vergeben.

Die Jury hat die eingegangenen Bewerbungen ausgewertet und entschieden, den Preis in gleichen Teilen an Herrn Jeff Kristian Nzogang Fomo und Frau Dr. Jasmin Rezapour zu vergeben. Bei Herrn Nzogang Fomo handelt es sich um eine experimentelle Arbeit, bei Frau Rezapours Arbeit um eine klinische Arbeit.

Im Folgenden will ich beide Wissenschaftler und Ihre Arbeit gerne vorstellen:

Jeff Kristian Nzogang Fomo
(Mainz)

Herr Nzogang Fomo studierte zwischen 2008 und 2011 Biomedical Sciences mit einem erfolgreichen Abschluss des Bachelor of Science in Ngaoundere (Kamerun), bevor er nach Deutschland kam und von 2014-2017 Medizinphysik an der Technischen Hochschule Dortmund studierte. Anschließend studierte er von 2017-2019 an der Hochschule Albstadt- Sigmaringen Biomedical Sciences mit dem Abschluss Master of Science. Seine Masterarbeit verfasste er zum Thema „Identifizierung neuer immunoproteomischer Biomarker zur Diagnose und Therapie der verschiedenen Glaukomformen“.

Seit 2019 promoviert er als PhD Student an der Johannes Gutenberg der Universität Mainz in der Experimentellen Ophthalmologie unter Franz Grus zum Thema „Charakterisierung und Identifizierung neuer immunbezogener Biomarker als attraktive Strategie für die Diagnose und Behandlung des Glaukoms“.

Herr Nzogang Fomo hat bereits 4 Paper in Peer reviewed Journals publiziert. Diesen Preis erhält er anteilig für das Paper „Synthetic antibody-derived immunopeptide provides neuroprotection in glaucoma through molecular interaction with retinal protein histone H3.1“, welches in Frontiers of Medicine publiziert wurde. In dieser Arbeit konnte Herr Fomo zeigen, dass spezifische Protein-Peptid-Interaktionen die epigenetische Funktion von Histonen (HIST1H3A) beeinflussen. Diese üben daraufhin neuroprotektiven Mechanismus auf RGCs aus. Neuroprotektive Mechanismen zu verstehen, ist eines der großen Lücken in der Behandlung des Glaukoms, weswegen die Ergebnisse dieser Arbeit neue Hoffnungen schüren. Epigenetik ist ein neues Feld in der Glaukomentstehung und Behandlung, welches hier bereits erfolgreich aufgegriffen wurde.

Dr. Jasmin Rezapour
(Mainz)

Titel der Arbeit:
Untersuchungen des retinalen Proteoms und eines neuen Therapieansatzes in Glaukommodellen

Laudatio

Prof. Dr. Verena Prokosch, Juryvorsitzende

Frau Dr. Rezapour studierte an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz von 2008 bis 2014 Humanmedizin nach einem Jahr der Psychologie und legte im Jahr 2015 Ihre Promotion ab, bevor Sie anschließend Ihre Assistenzarztzeit in der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz begann. Seit 2015 ist sie dort als Fachärztin tätig.

Zwischen 2019 und 2021 erhielt sie ein DFG-Fellowship an das Hamilton Glaucoma Center, Shiley Eye Institute in San Diego, USA und widmete sich weiter dem Forschungsprojekt „Ist es Myopie oder Glaukom“ unter der Betreuung von Professorin Linda Zangwill. Ihr Interesse war es, hier die morphologischen Veränderungen von glaukomatösen und gesunden Augen mit und ohne hoher Myopie mittels OCT und OCT-Angiographie besser zu charakterisieren, um diese beiden Entitäten klarer beurteilen und unterscheiden zu können. Gerade hohe Myopien sind beim Glaukom schwer zu beurteilen und stellen häufig einen diagnostischen Fallstrick dar.

In der vorgelegten, preisgekrönten Arbeit untersuchte sie makuläre, strukturelle und vaskuläre Veränderungen bei glaukomatösen Patienten mit Myopie in dem Paper „Macula structural and vascular differences in glaucoma eyes with and without high axial myopia“.

Sie fand, dass vor allem die Ganglienzellschichtdicke zum Beurteilen des Glaukoms bei Patienten mit axialer Myopie genommen werden kann und sollte. Das Manuskript wurde im British Journal of Ophthalmology publiziert. Frau Rezapour hat bereits 24 Paper in Peer reviewed Journals publiziert.

Den Preisträgern gratulieren wir recht herzlich zu diesen großartigen wissenschaftlichen Leistungen. Sie haben interessante neue Diagnostik- und Therapieoptionen beim Glaukom erarbeitet und eine Grundlage für weitere Arbeiten geschaffen. Wir wünschen Ihnen beiden weiterhin viel Freude am wissenschaftlichen Arbeiten und für Ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg!

Glaukomforschungspreis
der Sektion DOG-Glaukom

gestiftet von der Sektion DOG-Glaukom

Jurymitglieder

Prof. Dr. Niklas Plange (Alsdorf, Vorsitzender)
Prof. Dr. Verena Prokosch (Köln)
PD Dr. Bogomil Voykov (Tübingen)

Dr. David Kießling
(Düsseldorf)




Laudatio

Prof. Dr. Niklas Plange, Juryvorsitzender

Herr David Kießling hat 3 Publikationen zur Prädiktivität des chirurgischen Erfolges dreier glaukomchirurgischer Verfahren eingereicht. Alle drei Arbeiten wurden in Peer-Review Zeitschriften veröffentlicht.

In seinen klinischen Arbeiten wurde unter Verwendung der Berechnung bedingter Wahrscheinlichkeiten (Bayes Theorem) untersucht, ob das Ergebnis der Operation des ersten Auges eine Vorhersage über den chirurgischen Erfolg des zweiten Auges zulässt.

In jeweils retrospektiven Untersuchungen nach erfolgter Glaukomchirurgie dreier Verfahren (Trabektom, Istent, XEN) wurden die Erfolgsraten für unterschiedliche Erfolgskriterien ermittelt. Für alle Verfahren konnte gezeigt werden, dass der Erfolg der Operation des ersten Auges ein starker Prädiktor für das Ergebnis desselben Verfahrens am zweiten Auge darstellt. Dies konnte jeweils für alle Kriterien des chirurgischen Erfolges gezeigt werden.

Der chirurgische Misserfolg der Operation am ersten Auge ist mit massiv erniedrigten Erfolgsraten für das zweite Auge assoziiert. Diese wichtigen Arbeiten helfen im klinischen Alltag, für die Patienten bessere Entscheidungen zu treffen in der Auswahl des drucksenkenden Verfahrens. Nach erfolgloser Operation des ersten Auges muss für das zweite Auge ein anderes Verfahren gewählt werden.

Wir möchten Herrn Kießling mit dem Forschungspreis der Sektion DOG-Glaukom motivieren, seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Glaukomchirurgie fortzusetzen.

Grundlagenwissenschaftlicher Forschungspreis 2023

gestiftet von der PRO RETINA Deutschland e.V. und der Retina Suisse

Jurymitglieder

Prof. Dr. Christian Grimm (Zürich)
Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn)
Prof. Dr. Ulrich Kellner (Bonn-Siegburg)
Prof. Dr. Thomas Langmann (Köln)
Prof. Dr. Birgit Lorenz (Gießen)
Prof. Dr. Klaus W. Rüther (Berlin)
Prof. Dr. Hendrik Scholl (Basel)
Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin)
Prof. Dr. Marius Ueffing (Tübingen)
Prof. Dr. Bernhard H. F. Weber (Regensburg)
Dr. Claus Gehrig (Friesenheim)
Franz Badura (Amberg)

Dr. Vyara Todorova
(Zürich)




Laudatio

Prof. Dr. Christian Grimm,
Forschungsleiter an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich. Mitglied des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates der PRO RETINA Deutschland e.V.

Der Wissenschaftlich-Medizinische Beirat der PRO RETINA Deutschland e.V. hat

Frau Dr. Vyara Todorova, Ph.D. aus Zürich

den grundlagenwissenschaftlichen Forschungspreis 2023 der Pro Retina Deutschland e.V. und der Retina Suisse

für ihre hervorragenden Arbeiten im Bereich der zellulären Antworten auf hypoxische Bedingungen im Auge und die entsprechenden Konsequenzen für die Netzhaut und insbesondere den Sehzellen zuerkannt.

Prämierte Arbeit:

Todorova, V., Stauffacher, M.F., Ravotto, L., et al. Deficits in mitochondrial TCA cycle and OXPHOS precede rod photoreceptor degeneration during chronic HIF activation. Mol. Neurodegen. (2023) 15:15. Doi: 10.1186/s13024-023-00602-x. Journal Impact Factor: 18,9.

Frau Dr. Todorova hat 2021 im Labor für Zellbiologie der Netzhaut an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich zum Thema der metabolischen Konsequenzen einer chronischen Aktivierung der Hypoxie-induzierten Transkriptionsfaktoren HIF1 und HIF2 promoviert. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten hat sie im gleichen Labor als Postdoc bis 2022 weitergeführt und zum Abschluss gebracht.

Der Preis wird Dr. Todorova für ihre Hauptarbeit verliehen, in der sie gezeigt hat, dass eine chronische Antwort auf Hypoxie zu starken Defiziten im Krebszyklus und in der oxidativen Phosphorylierung in den Mitochondrien der Sehzellen führt. Mit mehreren genetisch veränderten Mausmodellen zeigte sie, dass ein funktionierender Krebszyklus für das Überleben der Stäbchen wichtiger ist als eine effiziente oxidative Phosphorylierung. Anhand von eingebrachten molekularen Nanosensoren, die mittels der 2-Photonen Mikroskopie visualisiert wurden, demonstrierte Frau Todorova zudem einen außergewöhnlich schnellen Abbau von Glukose in den Stäbchen. Dieser Abbau ist um ein Vielfaches schneller als in den Neuronen der inneren Netzhaut. Weitere Arbeiten zur Hypoxie in der Netzhaut und anderen für Netzhautdegenerationen relevanten Aspekten haben zu 8 weiteren Publikationen mit Frau Todorova als Haupt- oder Koautorin geführt.

Die Pro Retina – Stiftung, die PRO RETINA Deutschland und deren Wissenschaftlich Medizinischer Beirat, die Retina Suisse sowie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft wünschen Frau Dr. Todorova weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit und gratulieren ihr herzlich zu dem Preis, der mit einer Barsumme von 5.000 Euro dotiert ist.

DOG-Helmholtz-Forschungspreis

gestiftet von Bayer Vital GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Claus Cursiefen (Köln, Vorsitzender mit Enthaltung)
Prof. Dr. med. Maria-Andreea Gamulescu (Regensburg)
Prof. Dr. Klaus Rohrschneider (Heidelberg)
Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg)
Prof. Dr. Armin Wolf (Ulm)
Prof. Dr. Oliver Zeitz (Berlin)

Grußwort

Dr. med Paula Scholz, Leitern medizinische Fachabteilung Ophthalmologie, Neurologie & Immunologie, Bayer Vital GmbH

Klinischer Fortschritt gelingt nur durch einen engen Zusammenschluss von Industrie und Forschung. Aus diesem Grund fördert die Firma Bayer Vital seit Jahren Wissenschaftler*innen im Rahmen des Helmholtz-Forschungspreises der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Ziel ist es, das therapeutische Spektrum für Patient*innen mit schwerwiegenden Augenerkrankungen zu erweitern und zu verbessern.

Für sein Projekt „Association of complement C3 inhibitor pegcetacoplan with reduced photoreceptor degeneration beyond areas of geographic atrophy“ wird in diesem Jahr Herr PD Dr. med. Maximilian Pfau (Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel) mit dem Helmholtz-Forschungspreis ausgezeichnet.

Wir freuen uns, mit der Verleihung des Preises dieses spannende Projekt unterstützen zu dürfen und wünschen Herrn Dr. Pfau viel Glück und Erfolg für seine weitere wissenschaftliche und klinische Laufbahn.

Dr. Maximilian Pfau
(Basel)

Titel der Arbeit:
Verlangsamung der makulären Photorezeptordegeneration bei Altersabhängiger Makuladegeneration



Laudatio

Prof. Dr. Claus Cursiefen, Juryvorsitzender

Die Preiskommission des Helmholtz-Forschungspreises der DOG 2023 gratuliert Herrn Dr. Maximilian Pfau aus Basel ganz herzlich zum Gewinn des Helmholtz-Forschungspreises der DOG 2023.

Der Titel der prämierten Arbeit lautet „Verlangsamung der makulären Photorezeptordegeneration bei Altersabhängiger Makuladegeneration“.

Die Helmholtz-Forschungspreis-Kommission besteht aus den Damen und Herren Prof. Gamulescu, Prof. Wolff, Prof. Spitzer, Prof. Zeitz, Prof. Rohrschneider und Herr Prof. Cursiefen als Leiter. Wegen Befangenheit war Herr Prof. Cursiefen nicht in die Preisauswahl eingebunden.

Herr Dr. Maximilian Pfau vom Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology in Basel (IOB) wird für seine wegweisenden Arbeiten zur Reduktion der Photorezeptordegeneration bei Altersabhängiger Makuladegeneration prämiert. Die Thematik ist von großer gesellschaftlicher und medizinischer Relevanz.

Herr Dr. Pfau hat an der Heidelberger Universität Medizin studiert, zahlreiche Auslands-aufenthalte absolviert und anschließend in Heidelberg promoviert, um dann seine klinische und wissenschaftliche Ausbildung vor allen Dingen an der Uniaugenklinik Bonn und in Basel und am Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology fortzusetzen. Auch hier ergänzten mehrere Auslandsaufenthalte seinen Weg.

Herr Pfau hat zahlreiche Drittmittelprojekte eingeworben, Doktoranden ausgebildet und ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Fachgesellschaften. Er hat zahlreiche Preise gewonnen, diese sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Herr Pfau hat zahlreiche Originalarbeiten mit einem insgesamt bei 26 liegenden H-Index publiziert.

Die prämierte, translationale Arbeit behandelt die Möglichkeit der Reduktion der Photo-rezeptordegeneration bei Altersabhängiger Makuladegeneration. In seinen publizierten Ergebnissen konnten Dr. Pfau und seine Kollegen zeigen, dass es eine Assoziation des Komplementinhibitors Pegcetacoplan mit einer reduzierten Photorezeptordegeneration jenseits der Areale der geographischen Atrophie bei der Altersabhängigen Makula-degeneration gibt. Und zwar konnte das Pegcetacoplan nicht nur die Progression der retinalen Photorezeptoratrophie verlangsamen, sondern auch die makulaweite Photorezeptordegeneration vermindern. Im Rahmen dieser Studie und anderer Vorarbeiten wurden KI-basierte Algorithmen zur Bestimmung der Integrität der Photorezeptoren im Sinne der äußeren Körnerschicht sowie anderer morphologischer Parameter untersucht. Und dies zeigte, dass der Wirkstoff zu einer Reduktion der Verdünnung der Körnerschicht und der Photorezeptorinnensegmente führte. Die Ergebnisse werden in weitere klinische, translationale Studien integriert.

Des Weiteren konnte der Preisträger hochsensitive Funktionstests für Stargardt-Erkrankungen auch in Vorbereitung auf Gen-Therapie-Phase-1-Studien etablieren und validieren.

Zusammenfassend hat Herr Pfau aktuell als Leiter der Visual Electrophysiology Platform am Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology in Basel in vorbildlicher Weise gezeigt, dass er in der Lage ist, klinisch relevante Themen mit Grundlagenmethoden, aber auf translationalem Fokus zu bearbeiten und dann aber auch wieder in die klinische Anbindung mittels Studien zu überführen.

Wir erwarten von Herrn Pfau weitere wegweisende Beiträge gerade zur Therapie oder Progressionsverlangsamung bei der geographischen Makuladegeneration und gratulieren erneut ganz herzlich zum Preis.

DOG pura Award
Ideenwettbewerb für Nachhaltigkeit
in der Augenheilkunde

gestiftet von der Stiftung Auge

Mit Nachhaltigkeit wird die Fähigkeit bezeichnet, zu existieren und sich zu entwickeln, ohne die natürlichen Ressourcen für zukünftige Generationen zu erschöpfen. Angesichts der ökologischen Herausforderungen gilt es in möglichst vielen gesellschaftlichen Bereichen CO2-Emissionen zu reduzieren und Rohstoff- und Energieverbrauch zu senken. Auch die Augenheilkunde als ein Fach mit sehr vielen, oft ambulant behandelten Patienten muss ihren Beitrag zu einer mehr an Nachhaltigkeit orientierten Entwicklung leisten. Um diese Entwicklung zu fördern, haben die DOG und die Stiftung Auge zu einem Ideenwettbewerb eingeladen, der allen in der Augenheilkunde Tätigen (Ärzten, Industrie, Patienten) offen-stand. Eingereicht werden konnten Vorschläge, wie der Alltag in Forschung, Lehre und Patientenversorgung nachhaltiger gestaltet werden kann. Gesucht wurden Ideen, die möglichst praxistauglich sind und zeitnah und effizient implementiert werden können.

Auf die erste Ausschreibung haben gleich neun Bewerber gute Vorschläge eingereicht. Unter diesen hat die Jury vier besonders vielversprechende Projekte ausgesucht.

Jurymitglieder

Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf, Vorsitzender mit Stimmenthaltung)
PD Dr. Felicitas Bucher (Freiburg)
PhD Hanna Faber (Hamburg)
Prof. Dr. Carsten Framme (Hannover)
Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg)
Prof. Dr. Hans Hoerauf (Göttingen)
Karlheinz Strauß (Jena)

1. Preis

Prof. Dr. Heinrich Gerding
(Olten)

Titel des Projektes:
Freisetzung und Verteilung von Mikroplastik und anderen Mikrofasern im augenärztlichen Operationsbereich

Laudatio

Prof. Dr. Gerd Geerling, Juryvorsitzender

DOG und Stiftung Auge laden jährlich zu einem Ideenwettbewerb ein, der allen in der Augenheilkunde Tätigen (Ärzten, Industrie, Patienten) offensteht. Gesucht werden möglichst praxisrelevante Projekte und Ideen für die Augenheilkunde zur Mitigation (Abmilderung) des und Adaptation an den Klimawandel. In diesem Jahr wurden acht gute Vorschläge eingereicht. Unter allen Einreichungen hat die Jury drei besonders vielversprechende Projekte ausgesucht.

Heinrich Gerding absolvierte zunächst eine Ausbildung als Elektroniker, bevor er von 1978 bis 1984 Humanmedizin und Physik in Münster, Oxford und Birmingham studierte. Er wurde 1988 promoviert, schloss die Habilitation 1992 an der Universität Münster ab und war von 1994 bis 2004 stellvertretender Direktor der Universitätsaugenklinik Münster, bevor er von 2005 als Leiter für den Schwerpunkt Retinologie nach Olten ging. Dort war er von 2014 bis 2020 ärztlicher Direktor der Pallas Kliniken und ist seit 2021 Senior Consultant. Ziel des Projektes ist es, die bislang nicht bekannte Freisetzung von polymeren, nicht abbaubaren Mikrofasern aus OP-Textilien im Labor und in OP-Räumlichkeiten zu erfassen. Die Verbreitung von Mikrofasern soll beschrieben und die Hauptquellen des Fasermaterials identifiziert werden. Dabei sollen insbesondere Ablagerungen in Hohlinstrumenten und im Augeninneren quantitativ und ursächlich erfasst werden. Die erhobenen Ergebnisse könnten dazu beitragen, das Aufkommen von Mikroplastik im OP durch Definition von DIN/ISO/EN-Normobergrenzen der Faserfreisetzung zu verringern und Kontamination des OP-Feldes durch Mikrofasern zu vermeiden.

2. Preis (zweigeteilt)

PD Dr. Dr. Bettina Hohberger
und Dr. Dr. Eva Rühl
(Erlangen)

Titel des Projektes:
Ressourcenanalyse und -optimierung in der Glaukomdiagnostik am Beispiel der Applanationstonometrie nach Goldmann durch eine multizentrische Analyse im real-life-Setting



Laudatio

Prof. Dr. Gerd Geerling, Juryvorsitzender

Frau PD Dr. Dr. Hohberger studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Humanmedizin und molekulare Medizin. 2011 wurde sie im Fach Humanmedizin promoviert. 2018 schloss sie die Facharztausbildung zur Augenärztin erfolgreich ab. 2020 folgte ein PhD in Molekularer Medizin am Institut für Anatomie der Friedrich-Alexander-Universität und 2021 die Habilitation mit ihren Untersuchungen zur Ätiologie des Glaukoms.

Frau Dr. Dr. Rühl studierte Biologie an der Universität zu Köln sowie Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln und legte 2016 Ihre Promotion ab. Sie studierte von 2014 bis 2021 Humanmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo Sie 2021 promoviert wurde. Seit 2021 arbeitet Sie als Assistenzärztin an der Universitätsaugenklinik Erlangen und war von Januar bis Juni 2023 als Clinician Scientist im GRK 2504 „Novel antiviral approaches: from small molecules to immune intervention” tätig.

Ziel des Projektes von Frau PD Dr. Dr. Hohberger und Frau Dr. Dr. Rühl ist eine Ressourcenanalyse für den niedergelassenen und universitären Bereich bei der Messung des intraokularen Druckes. Neben dem Goldstandard der Tonometrie nach Goldmann wird heute auf verschiedene Messstrategien (Einweg vs. Mehrweg) zurückgegriffen. Es ist das Ziel, differenziert den CO²-Fußabdruck dieser Tonometrie-Methoden zu ermitteln sowie eine entsprechende Kostenkalkulation durchzuführen. Durch Gegenüberstellung der Emissionswerte und der ökonomischen Kalkulationen sollen die Nachhaltigkeit der Ressourcennutzung und die Kosten optimiert werden.

PD. Dr. Dr. Bettina Hohberger
Dr. Dr. Eva Rühl

Henriette Marlene Stein
und Marie Burghardt
(Halle/Saale)

Titel des Projektes:
Wege aus der fossilen Durchdringung klinischer Vorstellungswelten


Laudatio

Prof. Dr. Gerd Geerling, Juryvorsitzender

Henriette Marlene Stein und Marie Burghardt studierten Humanmedizin an der TU Dresden und der Universität Tübingen. Beide sind aktuell an der Universitätsaugenklinik Halle/Saale tätig. Frau Stein als Assistenzärztin und Frau Burghardt als Fachärztin.

In ihrem Projekt haben sie sich das Ziel der Implementierung einer nachhaltigen Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Halle/Saale gesetzt. Für diese Transformation haben Sie bereits einen konkreten Aktionsplan mit vielen kleinschrittigen Ideen entwickelt, darunter z. B. kleine Erinnerungsstützen als niedrigschwellige erste Maßnahme, um Klinikmitarbeiter zur bereitwilligen Mithilfe bei der Emissionsreduktion im Arbeitsalltag anzuregen. Im nächsten Schritt ist die Reduktion von Kunststoffmüll bei der Verwendung von Einmaltonometerköpfchen für die Applanationstonometrie mittels Wiederaufbereitungsanlage geplant.

Henriette Marlene Stein
Marie Burghardt

Julius Springer-Preis für Ophthalmologie

gestiftet von Springer Medizin

Jurymitglieder

Prof. Dr. Horst Helbig (Regensburg)
Prof. Dr. Jost Hillenkamp (Würzburg)
Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn)
Prof. Dr. Thomas Kohnen (Frankfurt)

Grußwort

Dr. Paul Herrmann, Director Journals & ePublishing, Springer Medizin; Michal Meyer zu Tittingdorf, Managing Editor Die Ophthalmologie

Seit 2008 verleiht Springer Medizin den Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie. Prämiert wird auch in diesem Jahr eine herausragende wissenschaftliche Arbeit, die in der Zeitschrift Die Ophthalmologie (Vormals Der Ophthalmologe) in der Rubrik „Originalien“ innerhalb der letzten 12 Monate publiziert wurde. Der Preis ist mit 2.500,00 EUR dotiert.

Springer Medizin vereint die deutschsprachigen Publikationen im Gesundheitssektor mit über 100 Zeitschriften und einem großen Online-Angebot wie www.SpringerMedizin.de oder www.aerztezeitung.de. Als Teil von Springer Nature, einem der weltweit führenden wissenschaftlichen Verlage, ist Springer Medizin auch besonders der Wissenschaft im deutschsprachigen Raum verpflichtet.

Speziell mit der Augenheilkunde ist Springer Medizin seit langem über die Zeitschrift Die Ophthalmologie eng verbunden und möchte daher mit der Vergabe des nach dem Gründer des Verlags benannten Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie einen besonderen Beitrag zur Förderung der Wissenschaft leisten.

In diesem Jahr wählte die 4-köpfige Jury aus vielen ausgezeichneten Artikeln eine wissenschaftliche Originalarbeit aus, die basierend auf 2133 Patienten Risikofaktoren für eine Immunreaktion nach perforierender Keratoplastik (PKP) analysiert.

Frau Tischer und ihr Team konnten zeigen, dass eine Immunreaktion nach PKP eine nicht seltene Komplikation ist, die signifikant mit der Transplantat-Größe und -Zentrierung zusammenhängt. Ein im Verhältnis zur Empfänger-Hornhaut groß gewähltes Transplantat sowie die Nähe des Transplantat-Randes zum vaskularisierten Limbus oben und unten korrelieren signifikant mit dem Auftreten einer Immunreaktion. Es handelt sich dabei um bedeutende Risikofaktoren für das Transplantat-Überleben, welche von mikrochirurgischer Seite aus beeinflussbar sind und sich zukünftig möglicherweise weiter optimieren lassen.

Wir freuen uns sehr, den Preis im Rahmen des DOG-Kongresses 2023 übergeben zu dürfen und gratulieren Frau Tischer herzlich!

Nicola Tischer
(Homburg/Saar)

Titel der Arbeit:
Immunreaktion nach perforierender Keratoplastik in Abhängigkeit von der Transplantatgröße und -zentrierung

N. Tischer · E. Zemova · A.Maamri · M.Pfeiffer · U.Reinert · H.Sideroudi · B.Seitz
Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS), Homburg/Saar, Deutschland Ophthalmologie 2023 · 120:36–42

Laudatio

Prof. Dr. Frank G. Holz, Schriftleiter „Die Ophthalmologie“

Die perforierende Keratoplastik stellt eine essenzielle chirurgische Therapieoption für eine Vielzahl von Hornhauterkrankungen dar, die unbehandelt mit einem erheblichen Visusverlust einhergehen. Während der postoperative Verlauf in der überwiegenden Zahl von Fällen positiv ist, kann eine Immunreaktion zu einem Transplantatversagen mit konsekutiver Eintrübung des Transplantats und dadurch bedingter Funktionsminderung einhergehen.

In einer sehr umfänglichen Fallserie mit insgesamt 2133 Patienten, die sich einer perforierenden Keratoplastik unterzogen, wurden in der vorliegenden Arbeit Risikofaktoren analysiert, die eine postoperative Immunreaktion begünstigen. Es wurden Patienten im Alter von 1 – 95 Jahren operiert bei einem mittleren Patientenalter zum Zeitpunkt der Erstoperation von 56,4 Jahren in der Gruppe ohne Immunreaktion und von 53,8 Jahren in der Gruppe mit Immunreaktion. Transplantate wurden von Spendern im Alter von 3 – 98 Jahren herangezogen. Die mittlere Beobachtungszeit lag im Mittel bei 29 Monaten. In der untersuchten Population trat eine Immunreaktion bei immerhin 8,25 % der behandelten Patienten auf, die signifikant mit dem Transplantat-Durchmesser und dessen Zentrierung korrelierte. Ein im Verhältnis zur Empfänger-Hornhaut groß gewähltes Transplantat sowie die Nähe des Transplantat-Randes zum vaskularisierten Limbus oben und unten waren dabei signifikant mit dem Auftreten einer Immunreaktion assoziiert.

Die Altersverteilung von Patienten- und Spenderalter hatten in der vorliegenden Studie keinen Einfluss auf das Auftreten einer Immunreaktion.

Die Kenntnis über die genannten Risikofaktoren ist auch deswegen von besonderer Bedeutung, da diese mikrochirurgisch beeinflussbar sind. Deren Beachtung bei zukünftig perforierenden Keratoplastiken birgt das Potential einer Reduktion der Inzidenz von Immunreaktionen und damit Transplantatversagen. Insofern sind die Ergebnisse von sehr hoher klinischer Relevanz.

Die Daten aus dem sehr großen Probandenkollektiv werden in der Originalpublikation äußerst sorgfältig wiedergegeben, bewertet und diskutiert. Sowohl die statistischen Analysen als auch die Darstellung in Diagrammen sind vorbildlich.

Frau Nicola Tischer und ihrem Team von der Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes ist für diese hervorragende Arbeit zu gratulieren und ebenso für den diesjährigen Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie.

Klinischer Forschungspreis 2023

gestiftet von der PRO RETINA Deutschland e.V. und der Retina Suisse

Jurymitglieder

Prof. Dr. Christian Grimm (Zürich)
Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn)
Prof. Dr. Ulrich Kellner (Bonn-Siegburg)
Prof. Dr. Thomas Langmann (Köln)
Prof. Dr. Birgit Lorenz (Gießen)
Prof. Dr. Klaus W. Rüther (Berlin)
Prof. Dr. Hendrik Scholl (Basel)
Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin)
Prof. Dr. Marius Ueffing (Tübingen)
Prof. Dr. Bernhard H. F. Weber (Regensburg)
Dr. Claus Gehrig (Friesenheim)
Franz Badura (Amberg)

PD Dr. Caroline Brandl
(Regensburg)

Arbeiten zum Thema

Zwei hochstehende und miteinander verbundene Publikationen in der epidemiologischen Forschung zu Netzhauterkrankungen

Laudatio

Prof. Dr. Christian Grimm, Forschungsleiter an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich. Mitglied des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates der PRO RETINA Deutschland e.V.

Der Wissenschaftlich-Medizinische Beirat der PRO RETINA Deutschland e.V. hat

Frau PD Dr. Caroline Brandl aus Regensburg

den klinischen Forschungspreis 2023 der Pro Retina Deutschland e.V. und der Retina Suisse

für zwei hochstehende und miteinander verbundene Publikationen in der epidemiologischen Forschung zu Netzhauterkrankungen zuerkannt.

Prämierte Arbeiten:

Brandl, C., Günther, F., Zimmermann, ME., et al. Incidence, progression and risk factors of age-related macular degeneration in 35–95-year-old individuals from three jointly designed German cohort studies. BMJ Open Ophth 2022;7:e000912. doi:10.1136/bmjophth-2021-000912. Journal Impact Factor: 2,3.

Brandl, C., Zimmermann, ME., Herold, JM., et al. Photostress Recovery Time as a Potential Predictive Biomarker for Age-Related Macular Degeneration. Transl Vis Sci Technol. 2023 Feb 1;12(2):15. doi: 10.1167/tvst.12.2.15. Journal Impact Factor: 3,3.

In ihren epidemiologischen Arbeiten erarbeitete Frau Dr. Brandl anhand von zwei Kohortenstudien nicht nur Inzidenz- und Progressionsschätzungen für AMD in Deutschland, sondern analysierte auch Risikofaktoren und suchte Biomarker für eine prädiktive Inzidenz von AMD. Einen solchen Biomarker konnte Frau Dr. Brandl in der Regenerationszeit des Sehpigments nach Bleichung (Photostress) definieren. Eine verlängerte Regenerationszeit des Pigments deutet aufgrund ihrer Ergebnisse schon vor dem Erscheinen von erkennbaren Veränderungen am Augenhintergrund auf ein erhöhtes AMD-Risiko hin.


Zur Person der Preisträgerin:

Frau PD Dr. Brandl hat an der Universität Regensburg Medizin studiert, wo sie 2011 auch ihre Promotion unter der Leitung von Prof. Bernhard Weber am Institut für Humangenetik erfolgreich eingereicht hat. Ihre Habilitation zum Thema degenerativer Netzhauterkrankungen, deren Risikofaktoren und multimodaler Bildgebung folgte 2019 ebenfalls an der Universität Regensburg. Frau Brandl forscht seit ihrer Ausbildung äußerst erfolgreich und hat bereits 34 Originalarbeiten und 8 Übersichtsartikel und Buchbeiträge publiziert. Daneben engagiert sie sich als Lehrkoordinatorin, Dozentin und Betreuerin von Promotionsarbeiten auch stark in der akademischen Ausbildung von Studierenden.

Die Pro Retina – Stiftung, PRO RETINA Deutschland und deren Wissenschaftlich-Medizinischer Beirat, die Retina Suisse sowie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft wünschen Frau PD Dr. Brandl weiterhin viel Erfolg bei ihrer medizinischen und wissen-schaftlichen Arbeit und gratulieren ihr herzlich zu dem Preis, der mit einer Barsumme von 5.000 Euro dotiert ist.

Leonhard-Klein-Preis

gestiftet von Leonhard Klein-Stiftung

Jurymitglieder

Prof. Dr. Dr. Nikolas E. Bechrakis (Essen, Vorsitzender)
Prof. Dr. Gerd Auffarth (Heidelberg)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)

Dr. Stefanie Gniesmer und Dr. Svenja Sonntag



Laudatio

Prof. Dr. Dr. Nikolaos E. Bechraki, Juryvorsitzender

Das Kuratorium freut sich, den diesjährigen Leonhard Klein-Preis zur Förderung der Augenchirurgie an Frau Dr. Stefanie Gniesmer und Frau Dr. Svenja Sonntag

zu verleihen.

Frau Dr. Stefanie Gniesmer hat von 2011-2017 Medizin in Lübeck studiert, hat von 2018-2022 ihre Weiterbildung als Augenärztin in der Klinik für Augenheilkunde am UKSH Lübeck absolviert und ist seit 2023 Funktionsoberärztin in der gleichen Klinik. Sie promovierte im August 2022 ebenfalls in der gleichen Institution.

Frau Dr. Svenja Rebecca Sonntag hat von 2010-2016 Medizin in Kiel studiert, hat von 2017-2021 ihre Weiterbildung als Augenärztin in der Klinik für Augenheilkunde am UKSH Lübeck absolviert und ist seit 2022 Funktionsoberärztin in der gleichen Klinik. Sie promovierte 2019 in Kiel mit der Note „summa cum laude“.

Beide Augenärztinnen und Wissenschaftlerinnen beschäftigten sich mit dem großen Problem der Wundheilungsregulation in Zusammenhang mit der Glaukom-Chirurgie. Sie entwickelten mit ihren hiermit geförderten Arbeiten eine neuartige nanotechnologisch entwickelte Materialkombination zur Produktion innovativer Microshunts für den Einsatz in der filtrierenden Glaukom-Chirurgie. Sie nutzen dabei die antiproliferative und antientzündliche Wirkung von Zinkoxid-Tetrapoden in Kombination mit Silikon-Stents für den Einsatz in der minimal-invasiven Glaukom-Chirurgie. Zunächst in vitro und dann in vivo Experimente belegten in mehreren wissenschaftlichen Arbeiten die Wirksamkeit dieser Neuentwicklung in der Augenchirurgie. Parallel dazu führte diese Entwicklung zu einer Patentanmeldung ihrerseits. Wir freuen uns sehr, diese Leistungen mit dem diesjährigen Leonhard Klein-Preis zur Förderung der Augenchirurgie zu würdigen und gratulieren Frau Dr. Gniesmer und Frau Dr. Sonntag als Preisträgerinnen sehr herzlich.

Dr. Stefanie Gniesmer
Dr. Svenja Sonntag

DOG-Patent-Preis

gestiftet von Biogen GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn, Vorsitzender mit Stimmenthaltung)
Prof. Dr. Gerd U. Auffarth (Heidelberg)
Prof. Dr. Salvatore Grisanti (Lübeck)
Prof. Dr. Lars-Olof Hattenbach(Ludwigshafen)
Prof. Dr. Jost B. Jonas (Heidelberg)

Grußwort

Dr. Marcus Neureither, Biogen GmbH, Medical Lead Biosimilars Germany 

Die Firma Biogen freut sich sehr, zum ersten Mal den Patent-Preis stiften zu können. Biogen entwickelt seit mehr als 40 Jahren biologische Therapien. Das Unternehmen wurde von zwei Nobelpreisträgern gegründet und hat seit jeher das Ziel, Forschung zu unterstützen und voranzubringen. Seit kurzem ist Biogen mit einer Therapie für Netzhauterkrankungen in der Ophthalmologie vertreten. 

Der Patent-Preis, der im Rahmen des DOG-Kongresses verliehen wird, soll herausstechende Erfindungen würdigen und fördern. 

Wir gratulieren Herrn PD Dr. Thomas Ach sehr herzlich zur Verleihung des diesjährigen Patent-Preises. Herr Dr. Thomas Ach hat eine spezielle Messvorrichtung zur Früherkennung von AMD-typischen Veränderungen im November 2022 beim DPMA angemeldet. Diese herausragende Erfindung könnte sicherlich nicht nur für das weitere Verständnis der Erkrankung, sondern auch und gerade für die Erhaltung der Sehfähigkeit von betroffenen Patienten eine große Bedeutung haben.

Wir wünschen Herrn Dr. Thomas Ach auch in Zukunft viel Erfolg in der Weiterführung seiner wissenschaftlichen Arbeit und warten gespannt auf die nächsten Ergebnisse. 

Priv.-Doz. Dr. Thomas Ach
(Bonn)



Laudatio

Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitz mit Stimmenthaltung

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Erblindungsursache in den entwickelten Ländern. Allein in Deutschland sind hiervon mehr als 5 Millionen Menschen betroffen. Bislang kann nur eine neovaskuläre Variante der Spätform einer AMD behandelt werden. Eine Heilung und insbesondere therapeutische Intervention in den frühen und intermediären Formen existiert bislang nicht.

Die früh- und intermediäre Form der AMD werden u.a. mit dem Auftreten von charakteristischen Ablagerungen (u.a. subpigmentepitheliale Drusen) definiert. Als Vorstufen von Drusen zeigen sich in der normalen Alterung und bei der AMD Ablagerungen im Bereich der Basallamina des retinalen Pigmentepithels (RPE), basal laminar deposits (BLamD), als auch zwischen Basallamina des RPEs und der inneren kollagenen Schicht der Bruchschen Membran, basal linear deposits (BLinD). Grundlagenwissenschaftliche Studien an Spendergewebe des Menschen haben gezeigt, dass sich in histologischen Untersuchungen an menschlichem Spendergewebe altersabhängige Ablagerungen im Bereich der Netzhaut nachweisen lassen, die bei weiterem Fortschreiten in die AMD-Spätformen übergehen können. Bis heute sind die Möglichkeiten einer in-vivo Diagnostik begrenzt.

Das Projekt von Herrn PD Dr. Ach zielt darauf ab, eine Messvorrichtung zu entwickeln, die es mit Autofluoreszenztechniken und neu entwickelter Analysemethoden ermöglicht, gezielt die den Drusen vorausgehenden bzw. auch parallel auftretenden Veränderungen (basal laminar deposits, BLAmD; basal linear deposits, BLinD) nachzuweisen.

Die Erfindungsmeldung wurde beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) angemeldet und hat vom DPMA die Anmeldenummer DE102022131803.6 zugeteilt bekommen „Verfahren und Bildgebungseinrichtung zur in-vivo Erfassung von Autofluoreszenz eines Augenhintergrundes.“

Das Gesamtprojekt zum Bau einer entsprechenden Messvorrichtung und Analysemethode wird vom BMBF VIP+ Programm gefördert:

https://www.validierungsfoerderung.de/validierungsprojekte/valsrim

Wir gratulieren Herrn PD Dr. Ach für sein innovatives Projekt mit der Perspektive einer späteren Kommerzialisierung.

DOG-Promotionspreis

gestiftet vom Hermann-Wacker-Fonds

Grußwort

Susanne Wacker-Waldmann, Hermann-Wacker-Fonds

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Jury, liebe Preisträger,

mein Großvater Hermann Wacker, der vor ca. 50 Jahren den „Hermann Wacker Fonds“, gründete, aus dem sich in der Folge drei Arten von Preisen entwickelten, war selbst Opfer der damals hinsichtlich Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten noch nicht erforschten Netzhautablösung. Zu dieser Zeit gab es für ihn noch keine Hilfe und er verlor sein Augenlicht. 

Mit der fachlichen Unterstützung von damals renommierten Professoren der Augenheilkunde begann er systematisch „junge Leute“ einzubinden und deren Interesse für dieses aus seiner Sicht neue und forschungswürdige Gebiet zu wecken.

Wie sich seit vielen Jahren herausstellt und dies weltweit hat er eine „medizinische Marktlücke“ angetroffen, auf deren Basis sowohl Geräte zur Diagnose und Therapie als auch operative Verfahren erfunden bzw. weiterentwickelt wurden. Die generellen Fortschritte in der Technik waren hier sicher auch gute „Steigbügel“.

Als nachkommende Generationen fühlt sich unsere Familie dem Werk von Hermann Wacker verpflichtet und setzt mit großem Interesse und finanziellen Zuwendungen die Förderung fort. Herzstücke der Stiftung sind nach wie vor die jährlich stattfindenden Wacker-Kurse in den Universitätsaugenkliniken Essen und München, die sowohl wichtiges Basiswissen als auch vertiefende therapeutische und operative Kompetenzen im Bereich der Retinologie jungen Ärzten in der Ausbildung bzw. bereits praktisch tätigen Kollegen vermitteln sollen. Zusätzlich zu diesen Aktivitäten entstand in der Universitätsaugenklinik Kiel ein retinologisches Diagnostikzentrum mit modernster Geräteausstattung; weiterhin wurde dort seit Mai 2013 eine Stiftungsprofessur für Experimentelle Retinologie eingerichtet. Im Rahmen der Christian Wacker Stiftung finden in Kiel auch seit 2019 jährliche Wacker-Kurse im Bereich der Kinderaugenheilkunde statt. 

Unserer Familie ist es auch so viele Jahre nach Gründung der Stiftung durch Hermann Wacker wichtig, ohne Eigennutz die Inhalte des Fonds weiterzuverfolgen, zu intensivieren, den medizinischen Erfordernissen in diesem Forschungsbereich, der sich nicht mehr nur auf die Netzhauterkrankung alleine bezieht, anzupassen und damit weiterhin den Fortschritt in der Retinologie zu fördern.

Der in der Dotierungshöhe zwar moderate, dafür aber jährlich verliehene „Hermann Wacker Promotionspreis“ wendet sich an jene Studenten/innen bzw. Promovierende, die sich in ihren Arbeiten auf Augenheilkunde und da vornehmlich auf die Netzhaut fokussieren. Mit diesem Preis sollen besonders hervorstechende Arbeiten in diesem Bereich honoriert werden. Um der Bandbreite der eingereichten Arbeiten gerecht zu werden, haben wir uns seit einigen Jahren entschieden, zukünftig zwei Promotionspreise für unterschiedliche Schwerpunkte zu vergeben.

Dr. Christiane Kesper
(Halle)

DOG-Promotionspreis
grundlagenwissenschaftliche Arbeiten



Jurymitglieder

Prof. Dr. Olaf Strauß (Berlin, Vorsitzender)
Prof. Dr. Mike Karl (Dresden)
Prof. Dr. Alexa Klettner (Kiel)

Laudatio

Prof. Dr. Olaf Strauß, Juryvorsitzender

Die Kommission zur Vergabe des Wacker Promotionspreises, bestehend aus Prof. Alexa Klettner (Kiel), Prof. Mike Karl (Dresden) und Prof. Olaf Strauß (Berlin) hat aus den drei eingereichten Arbeiten die Dissertation von

Frau Dr. Christiane Kesper aus Halle

für den Wacker Promotionspreis, verliehen durch die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, ausgewählt.

Die Dissertation beschäftigt sich mit dem Regenerationspotential der Cornea, einem für Augenheilkunde signifikanten Problem. Unter der Hypothese, dass sich innerhalb der ausgewachsenen Cornea Zellen mit Stammzellpotential befinden, wurden in Zellkulturexperimenten limbale epithelialen Stammzellen, sowie Corneae des Mausauges untersucht. Durch die Zellkulturarbeiten konnte ein wesentlicher Stammzellmarker, der hämatopoetische Transkriptionsfaktor IRF8, sowie seine Induktion durch INFγ, identifiziert und beschrieben werden. Anhand von histologischen Untersuchungen des Limbus von Mausaugen, konnte durch den IRF8 Nachweis das Stammzellpotential im differenzierten Gewebe dargestellt werden. Diese Daten wurden durch die Verwendung einer IRF8 Knockoutmaus bestätigt. Die Arbeit basiert auf einer Vielzahl von Methoden, die Daten von ausgesprochen hoher Qualität ergeben haben. Die Monographie selbst belegt, dass diese Methoden durch die Kandidatin vollständig beherrscht wurden.  Dies kommt vor allem in einer kritischen Auseinandersetzung über den Interpretationsspielraum und die Übertragbarkeit der Daten zum Vorschein.

Die Kommission sieht in den Entdeckungen dieser Arbeit großes mögliches Potential für die Klinik, denn hier wurde die Tür für neue Optionen für die Therapie der Cornea geöffnet. Hier ist es vor allem die Erstbeschreibung eines Transkriptionsfaktors, der das Stammzellpotential anzeigt, und seine mögliche Regulation durch das INFγ, die die Beurteilung durch die Kommission unterstreichen. Auch wenn weitere Forschung die Bedeutung der INFγ-abhängigen Stimulation des IRF8 durch Identifikation anderer Signalwege relativieren könnte, so wurde hier ein „Proof-of-Principle“ erarbeitet.

DOG-Retina-Förderpreis

gestiftet von Novartis Pharma GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Armin Wolf (Ulm, Vorsitzender)
Prof. Dr. Carsten Framme (Hannover)
Prof. Dr. Salvatore Grisanti (Lübeck)
Prof. Dr. Rainer Guthoff (Düsseldorf)

Dr. Marlene Saßmannshausen
(Bonn)

Laudatio

Prof. Dr. Armin Wolf, Juryvorsitzender

In Anbetracht der qualitativ hochwertigen Bewerbungen für den DOG Retina Förderpreis war die diesjährige Entscheidung für die Jury nicht einfach.

Nach Durchsicht der höchst-qualifizierten Bewerbungen hat sich die Jury für

Frau Dr. Marlene Saßmannhausen aus Bonn

entschieden.

Bereits im Rahmen Ihrer Doktorarbeit beschäftigte sich Frau Dr. Saßmannshausen mit der Charakterisierung von strukturellen Netzhautveränderungen und deren Korrelation zur ortsaufgelösten Netzhautfunktion.

Die Bewerbung für den Retina Förderpreis der DOG basiert auf 3 Arbeiten, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Frau Dr. Saßmanshausen konnte in einer ersten Arbeit mit einer selbstentwickelten Software eine ortsauflösende Abnahme der Photorezeptorendicke unabhängig von Drusen, aber in topographischer Korrelation zu hochrreflektiven Foci darstellen.

In einer Analyse der MACUSTAR Studie konnte Frau Dr. Saßmanshausen ferner eine topographische Korrelation von AMD-Markern und Atrophie-Arealen bei der AMD zeigen.

In der dritten Arbeit konnte Frau Saßmannshausen darstellen, dass eine Abnahme der „relative ellipsoid zone reflectivity“ mit einem fortschreitendem Krankheitsstadium der AMD einhergeht. Die Arbeiten von Frau Saßmannshausen stellen damit eine Grundlage für potenzielle präklinische Progressionsparameter auch bei der klinisch nicht detektierbaren frühen AMD dar.

Wir gratulieren Frau Saßmanshausen zu ihrer Leistung und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg.

Theodor-Axenfeld-Preis

gestiftet von dem Georg Thieme Verlag

Jurymitglieder

Prof. Dr. Dr. Nikolaos Bechrakis (Essen)
Prim. PD Dr. Katharina Krepler (Wien)
PD Dr. Pascal Hasler (Basel)
Prof. Dr. Siegfried Priglinger (München

Grußwort

Dr. h.c. Albrecht Hauff, Chairman & CEO Thieme Gruppe

Zu Ehren des renommierten Ophthalmologen und langjährigen Herausgebers (1900-1930) der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde – Theodor Axenfeld – verleiht die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft seit mehr als 80 Jahren den vom Georg Thieme Verlag gestifteten Theodor-Axenfeld-Preis der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde.

Dieser Preis wird – in Fortführung der vom Ferdinand Enke Verlag begonnenen Tradition – seit 2019 jährlich verliehen. Der Theodor-Axenfeld-Preis ehrt die beste Veröffentlichung der Klinischen Monatsblätter aus dem vergangenen Jahr. Die Jury besteht aus einem Vertreter der DOG, der SOG und der ÖOG sowie der Schriftleitung der Klinischen Monatsblätter. Sie wählt diejenige Arbeit aus, die wesentliche Fortschritte auf dem Gebiet der Augenheilkunde für den in der Klinik und Praxis tätigen Augenarzt erbracht hat. Der Theodor-Axenfeld-Preis ist mit 1.500 € dotiert.

Theodor Paul Polykarpos Axenfeld wurde am 24. Juni 1867 als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren und wuchs in Bad Godesberg auf. Er studierte in Marburg und Bonn Medizin und machte 1890 im Alter von 23 Jahren in Bonn sein Staatsexamen. Fünf Jahre später – 1895 – habilitierte er in Marburg mit der Arbeit „Über die eitrige metastatische Ophthalmie“. Von 1897–1901 lehrte er am Lehrstuhl für Augenheilkunde in Rostock und übernahm anschließend einen Lehrstuhl in Freiburg, dem er bis zu seinem Tod im Jahr 1930 treu blieb. Theodor Axenfeld war außerdem Vorsitzender der DOG und über die deutschen Grenzen hinaus ein anerkannter und geschätzter Ophthalmologe. Er trat bei ausländischen Kongressen als Ehrengast auf. Seine Bücher wurden unter anderem in Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch übersetzt.

Seine Karriere bei den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde begann Axenfeld im Jahre 1898 mit dem Redigieren von wissenschaftlichen Arbeiten. Ab 1900 war er 30 Jahre lang Herausgeber der Zeitschrift, prägte deren Inhalte und Ausrichtung und baute sie zu einem wichtigen Publikationsorgan in der Augenheilkunde aus.

Seine wissenschaftliche Arbeit widmete er vor allem bakteriellen Augenerkrankungen, aber auch allgemeinen Fragestellungen operativer Techniken, des Glaukoms, des Trachoms, der Neuroophthalmologie und Orbitaerkrankungen. Zeitgleich mit dem französischen Ophthalmologen Victor Morax isolierte und beschrieb Axenfeld das Diplobakterium Morax-Axenfeld, das die nach den Entdeckern benannte Konjunktivitis verursacht. Ebenfalls nach ihm benannt ist die Axenfeldschleife.

Auch heute entwickeln Wissenschaftler mit ihrem Engagement und ihren Entdeckungen die Augenheilkunde kontinuierlich weiter und sorgen dafür, dass die wachsende Zahl an Augenleiden besser behandelt werden können.

Wir freuen uns, dass die Thieme Gruppe mit dem Theodor-Axenfeld-Preis wichtige und wegweisende Forschung in Bereich der Augenheilkunde unterstützen kann.

Zur Thieme Gruppe:

Thieme ist marktführender Anbieter von Informationen und Services, die dazu beitragen, Gesundheit und Gesundheitsversorgung zu verbessern. Das Familienunternehmen entwickelt mit seinen über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern digitale und analoge Angebote in Medizin und Chemie. Die internationale Unternehmensgruppe mit weltweit 11 Standorten nutzt dafür ein breites Experten- und Partnernetzwerk sowie die qualitativ hochwertigen Inhalte aus über 200 Fachzeitschriften und 3500 Buchtiteln. Mit ihren Lösungsangeboten unterstützt Thieme relevante Informationsprozesse in der Wissenschaft, in Ausbildung und Patientenversorgung. Medizinstudierende, Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten, Kliniken, Krankenkassen sowie alle an Gesundheit Interessierten stehen hierbei im Mittelpunkt. Anspruch der Thieme Gruppe ist es, ihnen genau die Informationen, Services und Werkzeuge bereitzustellen, die sie in einer bestimmten Arbeitssituation oder Lebensphase benötigen. Durch die hohe Qualität und zielgruppenspezifische Relevanz der angebotenen Leistungen bereitet Thieme den Weg für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben.

Prof. Dr. Sandrine Zweifel
(Zürich)


für die Arbeit:
Feasibility and Clinical Utility of Wide-Field Optical Coherence Tomography Angiography Compared to Ultrawide-Field Fluorescein Angiography in Patients with Diabetic Retinopathy

Laudatio

Prof. Dr. Siegfried Priglinger, Schriftleiter

Die Klinischen Monatsblätter sind mit ihrem mehr als 150-jährigen Bestehen die älteste kontinuierlich publizierte Fachzeitschrift der Welt und offizielles Publikationsorgan der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. 

Der Ferdinand Enke Verlag in Stuttgart hat 1938 in dankbarem Gedenken an Theodor Axenfeld, dem früheren Herausgeber und unvergessenen Förderer der Klinischen Monatsblätter für Augenheilkunde, den Theodor-Axenfeld-Preis gestiftet.

Seit dem Jahr 1964 wird dieser Preis regelmäßig verliehen, gestiftet vom jetzigen Verleger der Klinischen Monatsblätter, dem Georg Thieme Verlag Stuttgart.

Der Preis wird für eine herausragende Veröffentlichung in den Klinischen Monatsblättern vergeben, die wesentliche Fortschritte auf dem Gebiet der Augenheilkunde für den in Klinik und Praxis tätigen Augenarzt erbracht hat, und deren Inhalt an anderer Stelle nicht veröffentlicht worden ist. Alle in Frage kommenden Publikationen wurden entsprechend den Statuten und den Richtlinien der DOG aus einer unabhängigen anonymisierten Bewertung der 62 in Frage kommenden Arbeiten bewertet.

Der Preis wird vergeben an

Frau Prof. Dr. Sandrine Zweifel, Zürich, für ihre Arbeit

„Feasibility and Clinical Utility of Wide-Field Optical Coherence Tomography Angiography Compared to Ultrawide-Field Fluorescein Angiography in Patients with Diabetic Retinopathy“

In der prämierten Arbeit beschreiben die Autorinnen und Autoren den klinischen Einsatz innovativer Weitwinkel-OCT-Angiographie (Xephilio OCT-S1, Canon Inc.) zur Diagnostik der Diabetischen Retinopathie. Zugleich vergleichen die Autorinnen und Autoren die Ergebnisse der Weitwinkel-OCT-Angiographie mit dem klinischen Goldstandard, der Ultra-Weitwinkel-Fluoreszeinangiographie (Optos California, Optos plc).

Beide diagnotischen Untersuchungsansätze unterscheiden sich grundlegend. Während die Ultra-Weitwinkel-Fluoreszeinangiographie bis zu 220° des Augenhintergrunds darstellen kann und auf der systemischen Verabreichung von Fluoreszein basiert, stellt die Weitwinkel-OCT-Angiographie ein nicht-invasives Diagnostikum dar, das auf die Verabreichung von Farbstoff verzichtet, allerdings „nur“ 100° des Augenhintergrunds darstellt.

Tropenophthalmologie-Preis

gestiftet von Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit e.V.,
CBM Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V.,
Ursapharm Arzneimittel GmbH, 1stQ Deutschland GmbH & Co. KG

Jurymitglieder

Prof. Dr. Rudolf Guthoff (Rostock, Vorsitzender)
Dr. med. David G. Kupitz (Bünde)
Prof. Dr. med. Guido Kluxen (Wermelskirchen)

Dr. Karsten Paust
(Bonn)

Laudatio

Prof. Dr. Rudolf Guthoff, Juryvorsitzender

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft zeichnet mit

Dr. Karsten Paust aus Bonn

eine Persönlichkeit aus, die seit knapp 20 Jahren schwerpunktmäßig in verschiedenen afrikanischen Ländern im Bereich der augenmedizinischen Versorgung tätig ist.

Nach anfänglich rein operativer Tätigkeit in Ghana und Kamerun initiierte er 2016 das „Prevention of avoidable blindness Programm“ im Westen von Tansania, um eine grundlegende, umfassende und nachhaltige Infrastruktur für eine hochwertige Augengesundheitsversorgung in einer sehr entlegenen Region zu schaffen.

Herrn Dr. Paust ist es immer wieder gelungen, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen für seine Ziele zu begeistern und sie in unterschiedlicher Weise in seine Arbeit und zum Wohle der Menschen in den betroffenen Gebieten einzubinden. Beispielhaft sei die Zusammenarbeit mit dem Arclight-Projekt genannt, bei dem umfassende pädagogische Tutorials und Schulungen am Arbeitsplatz bereitgestellt werden. Weil eine geeignete Referenzressource fehlte, die auf die Lernbedürfnisse von Fachkräften in der Primary Eye Health Care in Subsahara-Africa zugeschnitten ist, haben Herr Dr. Paust und sein Team ein interaktives E-Book veröffentlicht mit freiem Zugang für die Fachkräfte.

Herr Paust arbeitet in eigener Praxis in Bonn.

Für sein herausragendes Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit wurde Herr Dr. Paust 2022 mit der EINE-WELT-Medaille des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgezeichnet.

Sein Einsatz für die Augengesundheit und seine humanitäre Arbeit mögen noch lange anhalten und hoffentlich viele weitere Menschen dazu inspirieren, der Idee der gerechteren Verteilung von Gesundheit zu folgen.

Wir gratulieren Herrn Dr. Paust recht herzlich zum diesjährigen Tropenophthalmologie-Preis.

DOG-Videopreis

gestiftet von HAAG STREIT Deutschland GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Martin Spitzer (Hamburg, Vorsitzender)
Prof. Dr. Jost Hillenkamp (Würzburg)
Prof. Dr. Esther M. Hoffmann (Mainz)
Prof. Dr. Herbert Jägle (Regensburg)
PD Dr. Joachim Wachtlin (Berlin)

Grußwort

Daniel Theurer, Geschäftsführung, HAAG-STREIT Deutschland GmbH

Die HAAG-STREIT Gruppe steht für höchste Qualität und innovative Produkte in der Augenheilkunde. Basierend auf Virtual Reality bietet die Haag-Streit Gruppe zudem Lösungen und Simulatoren für die medizinische Ausbildung an. Daher freuen wir uns sehr, den diesjährigen DOG-Videopreis wieder unterstützen zu dürfen.

Das gesprochene Wort verknüpft mit aussagekräftigen bewegten Bildern ist der beste Weg, hoch komplexe Sachverhalte möglichst einfach und schnell zu vermitteln. Die eingereichten Beiträge zeigen dieses in eindrucksvoller Weise und leisten so einen wichtigen Beitrag für den notwendigen Wissenstransfer, um die Qualität der Behandlung sowie die schnelle Umsetzung von Innovationen sicherzustellen.

Dass die Videodokumentation einen immer größeren Stellenwert einnimmt, spiegelt sich auch in unseren Kundenanforderungen hinsichtlich der immer anspruchsvoller werdenden Videolösungen für unsere Operationsmikroskope und unsere Spaltlampen wider.

Wir gratulieren den Preisträgern des DOG-Videopreises 2023 und freuen uns auf weitere eindrucksvolle Dokumentationen in der Zukunft.

1. Preis

Dr. Maximilian-Joachim Gerhardt
(München)

Titel der Arbeit:
Gentherapie RPE65-assoziierter Netzhautdystrophie

Laudatio

Prof. Dr. Martin Spitzer, Juryvorsitzender

Es wurden insgesamt 6 Videobeiträge eingereicht. Alle Beiträge erfüllten die Anforderungen für eine Präsentation in der DOG-Videothek. Die Bewertung der Videos erfolgte verblindet nach vorgegebenen Kriterien durch 5 Jurymitglieder. Den drei bestpositionierten Beiträgen wurde der Videopreis der HAAG STREIT Deutschland GmbH zugesprochen.

Die Gentherapie mit Voretigen Neparvovec ermöglicht erstmals die Behandlung schwerer, unbehandelt in der Regel zur Erblindung führender RPE65-assoziierter Netzhautdystrophien. Im Videobeitrag wird der Aufbau und die Funktionsweise der AAV-basierten Gentherapie Voretigen Neparvovec illustriert sowie die Funktion von RPE65 im Sehzyklus erklärt und die zellulären Auswirkungen beschrieben, die Mutationen im RPE65-Gen verursachen und so zu einer Netzhautdystrophie führen.

Im Operationsvideo werden zwei Operationsschritte beschrieben (umschriebenes Peeling an der Injektionsstelle sowie Maximierung der Behandlungsfläche durch Shift der subretinalen Vektorlösung mit der Vitrektomie-Flöte), die vom Herstellerprotokoll abweichen. Der Videobeitrag erläutert didaktisch hervorragend und filmisch hochqualitativ, wie die Gentherapie mit dieser Therapie funktioniert und wie die zugehörige Operation durchgeführt wird.

2. Preis (zweigeteilt)

Henriette Marlene Stein
(Halle)

Titel der Arbeit:
Skleralamellierende Blockexzision bei Ziliarkörpermelanom – Therapie interdisziplinär

Laudatio

Prof. Dr. Martin Spitzer, Juryvorsitzender

Ziliarkörpermelanome können nach vorheriger Bestrahlung in-toto exzidiert werden. Die Autoren präsentieren die klinische Symptomatik, Histopathologie sowie die diagnostischen und therapeutischen Überlegungen in der Behandlung eines melanozytären

Malignoms der anterioren Uvea. Das Video zeigt die en-bloc-Exzision des Tumors mittels lamellierender Technik und autologer Defektdeckung nach Radiatio. Die hier angewandte modifizierte Tumorresektion konnte auf eine Defektdeckung mittels Fremdgewebe verzichten und kann somit eine schonendere operative Resektionsmethode darstellen. Das gezeigte Operationsvideo dieser seltenen angewandten, aber nützlichen Operationstechnik ist sehr anschaulich und von guter Qualität. Es erleichtert den Einstieg für Operateure, die diese Operationstechnik erlernen wollen.

Dr. Daniel Muth
(LMU München und Universitätspital
(Zürich)

Titel der Arbeit:
One-Stage Complete Refractive Restoration

Laudatio

Prof. Dr. Martin Spitzer, Juryvorsitzender

Die Implantation von Vorderkammerlinsen bei komplizierter Kataraktchirurgie ist eine häufige Ursache für eine bullöse Keratopathie durch endotheliale Hornhautdekompensation.
Dadurch wird häufig eine posteriore lamelläre Keratoplastik (DMEK) erforderlich. Um eine erneute Hornhautdekompensation zu vermeiden, sollte die Vorderkammerlinse entfernt werden und idealerweise durch eine sklerafixierte Hinterkammerlinse ersetzt werden. Die Autoren zeigen ein OP-Video, in dem die Explantation der Vorderkammerlinse mit der Sekundärimplantation einer sklerafixierten Intraokularlinse mittels Yamane-Technik und einer DMEK kombiniert durchgeführt wird. Das qualitativ hochwertige Video belegt, dass komplexe Hornhaut- und Linsenchirurgie kombiniert durchgeführt werden können und sich multiple Eingriffe und damit einhergehende mehrfache Narkosen vermeiden lassen

DOG Wissenschaftspreis Trockenes Auge und Blepharitis/MGD

gestiftet von Optima Pharmazeutische GmbH

Jurymitglieder

Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf, Vorsitzender mit Stimmenhaltung)
PD Dr. Tina Dietrich-Ntoukas (Berlin)
Prof. Dr. Martina Christina Herwig-Carl (Bonn)
Prof. Dr. Karin U. Löffler (Bonn)
Prof. Dr. Dr. Stefan Schrader (Oldenburg)

Grußwort

Stefan Kroll, Geschäftsführer, Optima Pharmazeutische GmbH

Die Firma Optima Pharmazeutische GmbH ist seit mehr als 38 Jahren in der Ophthalmologie tätig und mit der Ärzteschaft und den Kliniken eng verbunden.

Mit unserem Produktsortimenten stellen wir hochwertige Produkte zur täglichen Versorgung der Patienten zur Verfügung.

Seit vielen Jahren ist für Optima die Erforschung und die Therapie von Keratokonjunktivitis Sicca, Blepharitis und speziell der Meibomdrüsen Dysfunktion (MGD) ein zentrales Thema.

Hier arbeiten wir mit der Firma Oculus und der Firma bon Optic freundschaftlich zusammen, um die Diagnostik via Meibographie in der Ärzteschaft noch weiter zu etablieren und für die Patienten in Deutschland und Österreich breiter verfügbar zu machen.

Wir freuen uns deshalb besonders, in Zusammenarbeit mit der DOG die Verleihung des Wissenschaftspreises Trockenes Auge und Blepharitis/MGD 2023 mit 2.000 € unterstützen zu können und gratulieren dem diesjährigen Preisträger Herrn PD Dr. Martin Schicht ganz herzlich zur Prämierung seiner exzellenten Arbeit: The Potential Role of SP-Gas Surface Tension Regulator in Tear Film: From Molecular Simulations to Experimental Observations

Wir wünschen Herrn PD Dr. Martin Schicht auch in Zukunft viel Erfolg in seiner wissenschaftlichen Arbeit und sind schon gespannt auf die nächsten interessanten Forschungsergebnisse.

PD Dr. Martin Schicht
(Erlangen)

Titel der Arbeit:
The Potential Role of SP-Gas Surface Tension Regulator in Tear Film: From Molecular Simulations to Experimental Observations

Laudatio

Prof. Dr. Gerd Geerling, Juryvorsitzender

Herr PD Dr. Martin Schicht aus Erlangen erhält den Wissenschaftspreis Trockenes Auge und Blepharitis für seine Publikation im International Journal of Molecular Sciences aus dem Jahr 2022 mit dem Titel

„The Potential Role of SP-Gas Surface Tension Regulator in Tear Film: From Molecular Simulations to Experimental Observations“.

Herr PD Dr. Schicht hat im Jahr 2007 erfolgreich sein Biologie-Studium mit einem Master an der Universität Halle abgeschlossen. Danach hat er als Doktorand am Institute für Anatomie und Zellbiologie in Halle gearbeitet und wurde 2012 für eine Arbeit mit dem Titel „Human surfactant proteins – detection and characterization“ promoviert. 2017 wurde er Fachanatom und habilitierte sich 2018 für das Fach Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo er z. Zt. als Akademischer Oberrat und Arbeitsgruppenleiter die molekularbiologischen und histologischen Labore des Institutes für Anatomie 2 leitet.

In der in diesem Jahr durch den DOG-Wissenschaftspreis Trockenes Auge und Blepharitis ausgezeichneten Arbeit haben Schicht et al. die Rolle von Surfactant Protein G bei der Meibomdrüsendysfunktion untersucht. Sie konnten erstmalig zeigen, dass SP-G im Gewebe der Augenoberfläche und im Tränenfilm vorhanden ist und einen positiven Effekt auf die Wundheilung von Epitheldefekten hat. Weiterhin konnten sie schlüssig belegen, dass SP-G die Oberflächenspannung des Tränenfilms reduziert und seine Stabilität durch spezifische Wechselwirkungen mit Lipidkomponenten des Tränenfilms verbessert.  Die Arbeit ist insgesamt methodisch sehr umfangreich und innovativ.

Wissenschaftspreis der Stiftung Auge

Jurymitglieder

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn, Vorsitzender)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg)
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)
Prof. Dr. Andreas Stahl (Greifswald)

Julian Rapp
(Freiburg)

Titel der Arbeit:
STAT3 signaling induced by the IL-6 familiy of cytokines modulates angiogenesis

Laudatio

Prof. Dr. Frank G. Holz, Juryvorsitzender

Herr Julian Rapp aus Freiburg erhält den diesjährigen Wissenschaftspreis der Stiftung Auge für seine Arbeit

STAT3 signaling induced by the IL-6 familiy of cytokines modulates angiogenesis

Journal of Cell Science (2023) 136, jcs260182.doi:10.1242/jcs.260182

Prof. Dr. Frank G. Holz (Bonn, Vorsitzender)
Prof. Dr. Gerd Geerling (Düsseldorf)
Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Grehn (Würzburg)
Prof. Dr. Berthold Seitz (Homburg/Saar)
Prof. Dr. Andreas Stahl (Greifswald)

Die Arbeit von Herrn Rapp und den Koautoren befasst sich mit dem Einfluss der Zytokin vermittelten Aktivierung des STAT3 Signalwegs auf die Angiogenese. Diese stellt einen komplexen Prozess dar, der sowohl in der physiologischen Entwicklung als auch bei multiplen Erkrankungen im Auge eine zentrale Rolle spielt. Daher ist auch die Adressierung der Angiogenesepathways ein wichtiger therapeutischer Ansatz.

In seiner grundlagenwissenschaftlichen Arbeit findet Herr Rapp u.a., dass Oncostatin M (OSM) und der Ciliary neurotrophic factor (CNTF) einen gegensätzlich angio-modulatorischen Effekt auf vaskuläre Endothelzellen besitzen. Weiterhin aktiviert OSM im Gegensatz zu CNTF+R intrazelluläre Signalwege jenseits von STAT3. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass sowohl OSM+VEGF als auch CNTF+R+VEGF eine transkriptomische Verschiebung induzieren. Darüber hinaus wurde gefunden, dass STAT3 knockdown den pro-angiogenen Effekt von OSM verstärkt und das antiangiogene Potential von CNTF+R auf HUVECs invertiert.

Insgesamt konnte die Rolle des STAT3 Signalling in der Angiogenese weiter beleuchtet werden. Mit den in vitro Angiogenese Assays wurde der pro-angiogene Effekt von OSM und der antiangiogene Effekt von CNTF auf vaskuläre Endothelzellen in einem standardisierten experimentellen Setting bestätigt. Weiterhin konnten zugrundeliegende Mechanismen jenseits von STAT3 Signalling beschrieben werden.

Es handelt sich insgesamt um eine hochkarätige, experimentell sehr anspruchsvolle, hypothesengeleitete Arbeit, die im Journal of Cell Sience hochrangig publiziert werden konnte.

Wir gratulieren Herrn Julian Rapp recht herzlich für seine exzellente Arbeit und für die Verleihung des diesjährigen Wissenschaftspreises der Stiftung Auge.

DOG-Posterpreis



Jurymitglieder

Prof. Dr. Maya Müller (Zürich)
Prof. Dr. Stefan Dithmar (Wiesbaden)
Prof. Dr. Walter Sekundo (Marburg)

Prof. Dr. Hans Hoerauf (Göttingen)
Prof. Dr. Verena Prokosch (Köln)
Prof. Dr. Philipp Steven (Köln) 

Prof. Dr. Steffen Schmitz-Valckenberg (Salt Lake City, USA)
Prof. Dr. Anja Liekfeld (Potsdam)
Prof. Dr. Ursula Schlötzer-Schrehardt (Erlangen)

Dr. Jose Hurst (Tübingen)

für ihr Poster zum Thema
Aptamer basierte Neuroprotektion bei oxidativem Stress in der Retina

Poster DOG 2023

Theodora Tsimpaki (Essen)

für ihr Poster zum Thema
Messinstrumente und Bildgebungsmodalitäten für das Wachstum und die Vaskularisation eines neuen aus Uveamelanompatienten abgeleiteten Xenograft-Modells auf der Hühner-Chorioallantoismembran

Poster DOG 2023

Merle Sophie Schenk (München)

für ihr Poster zum Thema
Hepatocyte Growth Factor Modulates Corneal Endothelial Wound Healing

Prof. Dr. Nina Lutsenko (Zaporizhzhia, UA)

für ihr Poster zum Thema
Preoperative OCT evaluation of the lens in cases of posterior subcapsular cataract as a factor of the prevention of intraoperative complications in phacoemulsification

Poster DOG 2023

Dr. Markus Glaudo (Aachen)

für sein Poster zum Thema
Detection of intraocular pressure changes during acute chemical injury in the EVEIT system

Poster DOG 2023

Dr. Kahaki Kimani (Nairobi, EAK)

für ihr Poster zum Thema
The Kenya National Retinoblastoma Strategy: Achievements and Challenges

Poster DOG 2023

Giorgio Bozzini (Lübeck)

für sein Poster zum Thema
In vivo Bewertung der Fluoreszenzlebensdauer-Ophthalmoskopie (FLIO) zur Erkennung von unterschwelligen Laserspots auf der Netzhaut

Poster DOG 2023

Chiara Seiz (Tübingen)

für ihr Poster zum Thema
Supercharged unfolded proteins (SUPs) als periokuläre Medikamententräger

Poster DOG 2023


Dr. Martina Maaß (Köln)

für sein Poster zum Thema
Austrocknungsstress ist ein Risikofaktor für die Entwicklung der okulären Graft-versus-Host-Erkrankung